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Geldpolitik : Risiko des zu späten Ausstiegs

Bevor die amerikanische Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel strafft, will sie nun überzeugt sein, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt wirklich die Wende zum dauerhaft robusten Aufschwung geschafft haben.

          Ben Bernanke, der Fed-Vorsitzende, will auf Nummer Sicher gehen. Die ersten Runden der quantitativen Lockerung waren befristet. Bernanke bedauert im Nachhinein, dass die Notenbank zu früh mit dem Anleihenkauf aufgehört habe. Das soll ihm nicht noch einmal passieren. Bevor die Fed die geldpolitischen Zügel strafft, will sie nun überzeugt sein, dass Wirtschaft und Arbeitsmarkt wirklich die Wende zum dauerhaft robusten Aufschwung geschafft haben.

          Daraus folgt zweierlei: Mit einer ersten Rücknahme des Ankaufvolumens ist wohl frühestens im Herbst zu rechnen. Bis dahin bleiben auch angesichts fiskalischer Unwägbarkeiten die wirtschaftlichen Risiken groß. Zweitens verschiebt sich der Tenor der quantitativen Lockerung: Bernanke sieht noch lange keinen Endpunkt, sondern eine stete Anpassung der Anleihenkäufe an die Konjunkturlage. Die quantitative Lockerung verliert den Status als Ausnahmeinstrument und wird zum fast regulären Mittel der Geldpolitik. Entsprechend steigt das Risiko, dass die Fed den rechtzeitigen Ausstieg verpasst. Dabei zeigen Hauspreissteigerungen von 8 Prozent und mehr schon jetzt an, dass der Häusermarkt der Fed-Hilfe wohl nicht mehr bedarf.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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