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Geldpolitik : Keine Zinssenkung in Euroland

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Erst der Euro, dann die Zinsen - EZB-Chef Duisenberg Bild: dpa

Mit unveränderter Zinshöhe startet die Europäische Zentralbank ins neue Jahr. Allerdings rechnen Experten mit einer baldigen Senkung der Leitzinsen.

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          Bei ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr haben die Währungshüter der Europäischen Zentralbank die Leitzinsen in Euroland erwartungsgemäß unverändert gelassen. Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgebliche Schlüsselzins beträgt damit weiterhin 3,25 Prozent.

          EZB-Chef Wim Duisenberg und weitere Notenbanker hatten das derzeitige Zinsniveau in der Euro-Zone zuletzt wiederholt als angemessen für die absehbare Zukunft bezeichnet und damit bereits eine Senkung so gut wie ausgeschlossen. Zudem will die EZB die Märkte nach Einschätzung von Analysten wenige Tage nach der Euro-Bargeldeinführung nicht überraschen. Auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung betonte der Niederländer: "Die Leitzinsen im Eurosystem sind angemessen zur Wahrung der Preisstabilität".

          Baldige Zinssenkung erwartet

          Allerdings rechnen die meisten Beobachter angesichts der nach wie vor schwachen Konjunktur in der Euro-Zone mit einer Zinssenkung im Februar oder spätestens im März. „Die Auswirkungen der bisherigen Zinssenkungen werden wir in den kommenden sechs Monaten zu spüren bekommen“, sagte Bayer-Vorstandschef Manfred Schneider. Dennoch könnte die EZB noch um einen weiteren kleinen Schritt die geldpolitischen Zügel lockern. Ähnlich denken auch viele Ökonomen. So hatte das Münchner ifo-Institut kurz vor Weihnachten den Notenbankern ebenfalls einen entsprechenden Schritt nahegelegt.

          Die EZB hatte die Leitzinsen im vergangenen Jahr insgesamt viermal gesenkt. Wesentlich entschlossener zeigte sich dagegen die amerikanische Notenbank bei der Nutzung der Geldpolitik zur Ankurbelung der Konjunktur und nahm die Schlüsselzinsen elfmal zurück. Der Euro zeigte sich wenig beeindruckt von der Entscheidung der EZB und pendelte weiterhin über der Marke von 90 US-Cents. Die Einheitswährung hatte am Vortag kräftig zugelegt, nachdem die Einführung der neuen Geldscheine und -münzen quer durch Euroland weitgehend reibungslose abgelaufen war.

          Big Mac als Preisindikator

          Mit Preiserhöhungen durch die Euro-Einführung rechne er nicht, ergänzte Duisenberg auf der Pressekonferenz. Im übrigen habe er selbst stichprobenhaft überprüft, ob Gastronomie und Handel die Einführung zu Preiserhöhungen genutzt hätten, ergänzte Duisenberg und entlarvte sich dabei als regelmäßiger Kunde von McDonald´s. Er habe in dieser Woche bei McDonald's einen Big Mac und einen Erdbeer-Milchshake gekauft und dafür 4,45 Euro bezahlt, berichtete Duisenberg. „Das war genau derselbe Betrag, den ich für das gleiche Menü in der vergangenen Woche bezahlt habe.“

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