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Geldpolitik : Keine EZB-Zinssenkung erwartet

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Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte auf seiner ersten Sitzung im Jahr 2002 den aktuellen geldpolitischen Kurs bestätigen.

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          Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) wird bei seiner ersten Sitzung im Jahr 2002 nach Überzeugung der Finanzmärkte und EZB-Watcher den aktuellen geldpolitischen Kurs und damit den Leitzins von 3,25 Prozent (2-Wochen-Refi) bestätigen.

          Als Gäste an dieser EZB-Rat-Sitzung in Frankfurt wird neben EU-Währungskommissar Pedro Solbes auch der spanische Finanzminister, Rodrigo Rato, teilnehmen. Rato hat in der ersten Jahreshälfte 2002 den Vorsitz im Ecofin-Rat und damit auch in der Eurogruppe der Finanzminister.
          Das Ergebnis der EZB-Rat-Sitzung wird wie üblich um 13.45 Uhr veröffentlicht.

          Zinssenkungsfantasie bleibt bestehen

          Die Pressekonferenz ist diesmal zweigeteilt, wohl infolge des Sonderthemas Umstellung auf das Euro-Bargeld von den nationalen Währungen der Mitgliedstaaten des Euroraums. Um 14.30 Uhr findet zunächst eine gemeinsame Pressekonferenz mit EZB-Präsident Wim Duisenberg und den beiden EU-Gästen statt, um 15.00 Uhr folgt dann die übliche Pressekonferenz, bei der Duisenberg zum Ergebnis der EZB-Rat-Sitzung sein Statement abgibt und sich den Fragen der Journalisten stellt. Zinssenkungserwartungen prägen die Märkte auch nach der Jahreswende, wenngleich Geduld erforderlich erscheint und die mutigsten Zinssenkungsprognosen wenig punktgenau auf das “erste Quartal 2002“ lauten. Der EZB-Rat hatte bekanntlich im vergangenen Jahr die Leitzinsen in mehreren Schritten seit Mai um 150 Basispunkte auf 3,25 Prozent (2-Wochen-Refi) gesenkt.

          Inflation unter Kontrolle

          Zinssenkungsspekulationen wurden und werden darüber hinaus jedoch genährt durch die weltweite Wachstumschwäche, die den Inflationsdruck über die nachlassende Kapazitätsauslastung bremst. Vor diesem Hintergrund dürfte die EZB-Stabilitätsnorm von “unter zwei Prozent“ Inflation in Kürze erreicht sein, zeigen sich die meisten Beobachter überzeugt. Dennoch sind die EZB-Watcher der Meinung, dass sich der EZB-Rat bei einer weiter steigenden Geldmengenexpansion schwer tun werde mit einer neuen Zinssenkung, zumal der Hinweis auf den Liquidätsstau nicht überall überzeugt, insbesondere vor dem Hintergrund seit Oktober weltweit steigender Aktienkurse. So hat sich auch EZB-Präsident Duisenberg am Silvestertag in Frankfurt sehr verhalten zu weiteren schnellen Zinssenkungen geäußert. Direktoriumsmitglied Domingo Solans verwies zudem darauf, die Geldpolitik sei aktuell nicht nur mit Blick auf die Preisstabilität, sondern auch für das Wirtschaftswachstum angemessen.

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