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Geldpolitik in der Krise : Zweifel an der Geldschwemme

Seit der Finanzkrise drucken Notenbanken Geld und kaufen Staatsanleihen. Nun diskutieren Amerikas Währungswächter, ob sie die bald aufhören sollen. Wieder zeigt sich: Gelddrucken löst keine Probleme.

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          45 Milliarden Dollar im Monat: ein enormer Betrag - es ist die Menge an Staatsschulden, die Amerikas Notenbank Fed monatlich übernimmt, indem sie Staatsanleihen kauft. Das tut sie nicht etwa, um den schuldenbeladenen Staatshaushalt zu stützen. Sondern in der Hoffnung, dass sie so Geld in die Wirtschaft bringt, um die Nachfrage nach Gütern zu stärken und die Wirtschaft zu stützen.

          Seit Beginn der Finanzkrise ist dieses Manöver in Mode gekommen. Die Zinsen näherten sich der Null und konnten nicht weiter gesenkt werden, also druckten die Notenbanken Geld. Nicht nur die in den Vereinigten Staaten, sondern auch in Großbritannien - und in abgewandelter Form tat das auch die EZB in der Eurokrise.

          Doch jetzt scheint es so, als komme das Gelddrucken aus der Mode. In der amerikanischen Notenbank wachsen die Zweifel an dem Programm. Und die Diskussion beginnt, ob die Notenbank ihre Anleihekäufe noch in diesem Jahr beenden soll.

          Wieder zeigt sich: Gelddrucken hilft auf Dauer nicht

          Das ist kein Wunder. Denn inzwischen zeigt sich wieder, dass Geld alleine auf Dauer nicht hilft. Anfangs hatten die Anleihekäufe noch eine sichtbare Wirkung, denn wenigstens die Aktienkurse stiegen für einige Wochen. Doch inzwischen haben sie sich abgenutzt. Nicht mal die Kurse bewegen sich noch großartig, die Wirkungen auf die Realwirtschaft sind zweifelhaft.

          Mehr und mehr wird deutlich, dass die Wirtschaft mit dem vielen Geld nichts anfangen kann. Und dass die Bekämpfung einer Krise eben nicht mit etwas zusätzlichem Geld erledigt ist. Sondern dass die Lösung einer Schuldenkrise echte Reformen braucht, einen Schuldenabbau - und jahrelange Geduld.

          Den Schuldenabbau haben die Amerikaner gerade erst wieder verlangsamt. Aus Angst um die Konjunktur wurden Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen als „Fiskalklippe“ bezeichnet, die die Konjunktur abwürgen könnten. Amerika hat die Fiskalklippe umschifft und so sichergestellt, dass der Staatshaushalt langsamer konsolidiert wird. Doch das Schuldenproblem bleibt. Schon bald wird Barack Obama über eine Anhebung der Schuldengrenze verhandeln müssen.

          Bisher war die Verschuldung eher ein politisches Problem, das wirtschaftliche wurde von den ständigen Anleihenkäufen der Notenbank verdeckt und die Zinsen blieben niedrig. Immerhin sind die 45 Milliarden Dollar im Monat, die die Notenbank jetzt kauft, rund die Hälfte des geplanten Staatsdefizits. Wenn das bald wirklich wegfällt, dann könnten die Zinsen deutlich steigen. Und dann wäre Amerika wirklich gezwungen, mit dem Sparen Ernst zu machen.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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