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Datenschutz- und Kostengründe : Arbeitsminister stoppt Stechuhr-App

Die alte Stechuhr hat noch nicht überall ausgedient Bild: Getty

Nach dem „Stechuhr-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs hatte das Ministerium eine Software für Mobiltelefone zur Verfügung gestellt, um Arbeitnehmern bei der Zeiterfassung zu helfen. Nun hat Hubertus Heil das Angebot gestoppt. Die Union ist empört.

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          Als der Europäische Gerichtshof im Mai mit seinem umstrittenen „Stechuhr-Urteil“ härtere Vorgaben für die Erfassung von Arbeitszeiten formulierte, steuerte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) einen Tipp für Arbeitnehmer dazu bei: „Arbeitszeiten einfach erfassen, speichern und übermitteln – unsere App hilft dabei“, machten seine Mitarbeiter in den Sozialen Netzwerken auf eine eigens vom Ministerium angebotene Software für Mobiltelefone aufmerksam. „Kostenlos herunterladen: https://www. bmas.de/…“ – abzurufen also direkt beim Ministerium. Tatsächlich hatten auch Softwaretester der amtlichen Arbeitszeit-App gute Funktionalität bescheinigt.

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Ausgerechnet diese App ist aber plötzlich aus dem Angebot verschwunden – so sang- und klanglos, dass selbst Arbeitsmarktfachleute der Regierungskoalition erst nachforschen mussten, was geschehen ist. Das Ministerium teilt dazu auf seiner Internetseite seit einiger Zeit mit: „Wir weisen Sie darauf hin, dass der Vertrieb der App ,einfach erfasst‘ zum 26.9.2019 eingestellt wurde“. Begründung: Die „für die App zur Verfügung gestellten Ressourcen sind nunmehr aufgebraucht“. Weitere Ausgaben, etwa zur Anpassung der App an neuere Telefone, „können nicht mehr getätigt werden.“

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