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Geld und Moral : Geschäfte mit Verbrechern

Lässt seine Gegner foltern und verschleppen: Aleksandr Lukaschenka, Präsident von Belarus Bild: dpa

Sollte man Putin, Lukaschenka und Co. boykottieren oder auf Wandel durch Handel hoffen? Wenn die EU sich in ihrer Sanktionspolitik selbst blockiert, ist das sicher der falsche Weg.

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          In Russland bekommt der Oppositionsführer Nervengift in den Tee gemischt. In Belarus verschleppen maskierte Männer die Frontfrau der Demokratiebewegung. Und in Hongkong vernichtet die Kommunistische Partei vor den Augen der Weltgemeinschaft die Freiheitsrechte der Bürger. Diese drei Fälle der jüngsten Vergangenheit haben eines gemein: Sie sind mit den Wertevorstellungen liberaler Rechtsstaaten unvereinbar. Wie also soll Deutschland reagieren? Darf überhaupt noch Handel betrieben werden mit Regimen, die ihr Volk unterdrücken und Andersdenkende mundtot machen?

          Zwei extreme Antworten sind jetzt zu hören. Reflexhaft sagen die einen: Mit Verbrechern macht man keine Geschäfte. Das klingt vielleicht erst einmal schlüssig und beruhigt das Gewissen. Übersetzt in die globalisierte Wirtschaftswelt, hieße das dann aber: Bitte direkt alle in China zusammengebauten Handys abgeben, Gasheizungen im Winter nicht aufdrehen und sich auch nicht beschweren, wenn der Arbeitgeber wegen fehlender Nachfrage aus dem Ausland dichtmachen muss. Das kann und will sich Deutschland nicht leisten.

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