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Cyberkriminalität : Hacker erbeuten über 100 Millionen Dollar mit Insiderhandel

  • Aktualisiert am

Ein Händler an der New Yorker „Wall Street“ Bild: AFP

Es ist eine neue Dimension der Cyberkriminalität: Hacker sollen gemeinsam mit Aktienhändlern jahrelang Betriebsgeheimnisse von Großkonzernen gestohlen haben - um in großem Stil Insiderhandel zu betreiben. Zunutze machten sie sich offenbar eine Schwäche des globalen Finanzsystems.

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          Ein internationaler Hacker-Ring soll in großem Stil Betriebsgeheimnisse abgefischt und damit illegale Börsengewinne von mehr als 100 Millionen Dollar erbeutet haben. Wie die „Washington Post“ unter Berufung auf amerikanische Bundesbehörden berichtete, hat eine Gruppe von mehr als 30 Hackern und Aktienhändlern in den vergangenen fünf Jahren über 150.000 Pressemitteilungen mit relevanten Unternehmensnachrichten gestohlen, bevor diese über Fachdienste wie Business Wire oder PR Newswire an Investoren verschickt wurden - um dann an den Finanzmärkten systematisch Insiderhandel zu betreiben.

          Betroffen sein sollen Dutzende Unternehmen wie die Bank of America, Boeing, Ford, die Baumarktkette Home Depot, der Rüstungskonzern Northrop Grumman sowie der Waffenhersteller Smith & Wesson. Vorabinformationen über Finanzkennzahlen oder Fusionen sollen es den Hackern ermöglicht haben, gemeinsam mit kriminellen Händlern lukrative Blitzgeschäfte an den Aktienmärkten zu betreiben. Die Gewinne sollen über Briefkastenfirmen und Offshore-Konten in Estland und Macao geflossen sein.   

          Diese Masche stellt eine neuen Dimension der Cyberkriminalität dar. In prominenten Fällen der jüngsten Vergangenheit waren meist sensible Kundendaten das Ziel von Hackerangriffen auf Unternehmen gewesen. Mit dem Diebstahl von Adhoc-Mitteilungen haben sich Hacker nun eine der größten Schwächen des globalen Finanzsystems im digitalen Zeitalter zunutze gemacht - die offenbar nur unzureichend geschützten Informationskanäle der Wall Street.

          Die amerikanischen Behörden verhafteten am Dienstagmorgen in den Bundesstaaten Georgia und Pennsylvania fünf Verdächtige, darunter den 50-Jährigen Vitali K., den Inhaber eines Investmentfonds in Philadelphia. Vier weitere Beschuldigte,  mutmaßliche Hacker, werden in der Ukraine und möglicherweise auch in Russland vermutet.

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          Laut „Washington Post“ halten die amerikanischen Ermittler den Fall für besonders beunruhigend, weil die Cyberkriminellen bei ihrem großangelegten Insiderhandel praktisch keine Spuren hinterließen. Der Hackerangriff sei „beispiellos in Hinblick auf seinen Umfang, die Anzahl der gehandelten Aktien und die erzielten Gewinne“, sagte Mary Jo White, Chefin der amerikanischen Börsenaufsicht SEC.

          Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, arbeiteten die Ermittler des FBI, des Secret Service und mehrerer Staatsanwaltschaften mehr als zwei Jahre lang an der Aufdeckung des Insiderhandels-Rings.

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