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Inflation und Energiekrise : Extremer Stresstest für die Mittelschicht

Nahe dem Elbstrand in Hamburg: Deutschland drohen Wohlstandsverluste. Bild: dpa

Der sorgenfreie Sommer ist vorbei – jetzt trifft die Energiekrise auch die Normalverdiener. Reicht das Geld künftig noch für Reisen und Restaurants? Und wie gehen die Menschen mit dem drohenden Kostenschock um?

          6 Min.

          Sorgen? Nein, Sorgen mache er sich eigentlich nicht, erzählt Lukas Jansen. Dass das Leben sehr viel teurer geworden ist, spürt er zwar schon. Jansen ist 36 und arbeitet in Frankfurt als Risikoanalyst einer großen Bank, seine Frau bei einer Versicherung. Vor einiger Zeit haben sie im Taunus nördlich von Frankfurt ein Haus gebaut, sich ein größeres Auto gekauft, gerade das zweite Kind bekommen. „Wir sind in einer Phase unseres Lebens, wo wir ohnehin sehr viel Geld ausgeben“, sagt er. Durch die hohe Inflation ist es nun noch einmal mehr. „Das merke ich momentan vor allem im Supermarkt und an der Tankstelle.“

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Die Lounge“.
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Doch was im Winter auf ihn zukommt, wie sehr ihn die stark gestiegenen Kosten für Strom und Gas treffen werden, das kann er bislang noch nicht richtig abschätzen. Klar ist nur, dass Jansen, der eigentlich anders heißt, wohl mit einer ordent­lichen Nachzahlung rechnen muss. Die Familie, die zur mittleren bis oberen Mittelschicht zählt, heizt mit einer Wärmepumpe, was kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine nach einer guten Entscheidung aussah. Doch jetzt steigen auch die Strompreise kräftig. „Was das konkret bedeutet, kriegt man als Verbraucher noch gar nicht so mit“, sagt er, Post von seinem Versorger habe er bisher jedenfalls nicht bekommen. Ob die kommenden Monate für die vierköpfige Familie finanziell eine große Be­lastung werden? Das glaubt er nicht.

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