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Gefährlicher Erreger : Deutschland droht Mangel an Bananen

Bananenplantagen in Kolumbien sind von einem Pilz befallen. Betroffen ist die Sorte «Cavendish», die auch nach Deutschland exportiert wird. Bild: dpa

Kolumbien hat den nationalen Notstand ausgerufen. Denn auf Bananenplantagen wurde ein gefährlicher Erreger nachgewiesen. Das kann für Deutschland heißen: weniger und teurere Bananen im Supermarkt.

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          Mehr als 12 Kilogramm Bananen isst jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr. Das ist zumindest bisher so, denn ob das Obst auch in Zukunft im Überfluss in den Supermarktregalen liegen wird, ist ungewiss. Auf Bananenplantagen in Kolumbien wurde der gefährliche Pilz „Tropical Race“ (TR4) nachgewiesen. Damit hat der Erreger, der auch als Panama-Krankheit bekannt ist, erstmals Lateinamerika und damit die für den europäischen Markt wichtigsten Exportländer für Bananen erreicht. Um zu verhindern, dass sich der Pilz weiter ausbreiten kann, erklärte die kolumbianische Landwirtschaftsbehörde ICA nun vor wenigen Tagen den nationalen Notstand.

          Anna-Lena Niemann

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im Juni wurde der erste Verdacht gemeldet, dass TR4 eine Plantage in der Region La Guajira an der karibischen Küste befallen haben könnte, was anschließende Laboruntersuchungen bestätigten. Nachdem die Behörden am 11. Juni die Farmen in der Gegend unter Quarantäne gestellt hatten, traf sich Anfang der vergangenen Woche der kolumbianische Landwirtschaftsminister Andres Valencia Pinzón in Ecuador mit Vertretern der fünfzehn wichtigsten Produktionsländer für Bananen, um Kolumbiens weiteres Vorgehen unter der Notstandsregelung zu erklären und abzustimmen.

          Mit Flugzeugen ermitteln die kolumbianischen Behörden ab sofort regelmäßig, ob sich die Seuche weiter ausbreitet. Zudem kündigte das ICA an, Häfen, Flughäfen und andere Grenzorte verstärkt zu kontrollieren. Der Export der Früchte soll indessen nicht eingeschränkt werden. Es bestehe kein Risiko für die Gesundheit, heißt es. Selbst Bananen von befallenen Pflanzen seien nicht gesundheitsschädlich und könnten den Erreger auch nicht weiter verbreiten.

          Bestimmte Sorten könnten teurer werden

          Betroffen ist mit 175 Hektar bisher nur eine kleine Fläche, von dieser wiederum wurden schon 168,5 Hektar vernichtet, wie das ICA mitteilte. Weil es gegen den Pilz aber kein wirksames Fungizid gibt, ist die Eindämmung schwierig. Befallene Flächen müssen vollständig gerodet werden und können für den Anbau nicht mehr verwendet werden. Hat der Pilz die Böden erst einmal befallen und die Bananenstauden infiziert, produzieren sie keine Früchte mehr und sterben ab. TR4 ist schon seit einigen Jahren bekannt, bisher beschränkte sich seine Ausbreitung jedoch vor allem auf Plantagen in Südostasien und Moçambique.

          Zudem befällt der Pilz speziell Kulturpflanzen der Sorte „Cavendish“, die hierzulande einen Anteil von 90 Prozent hat, wie der Deutsche Fruchthandelsverband mitteilte. „Zu befürchten ist, dass in absehbarer Zeit keine Bananen der Sorte Cavendish für den deutschen Markt mehr zur Verfügung stehen“, heißt es aus dem Verband – was sich im Preis der Früchte deutlich bemerkbar machen dürfte.

          Die Dole GmbH weist darauf hin, dass weder die Qualität der Südfrüchte in Gefahr sei noch die eigene Lieferkette. Trotzdem steht der Obstproduzent und -vermarkter nach eigenen Angaben im engen Kontakt mit den kolumbianischen Behörden. Zudem habe man „interne Protokolle implementiert“, um die Vorsichtsmaßnahmen auf den eigenen Farmen zu erhöhen.

          Lateinamerika ist der mit Abstand wichtigste Bananenproduzent für die Europäische Union. Drei Viertel der 6,55 Millionen Tonnen Bananen, die 2018 ihren Weg in europäische Supermärkte fanden, kommen von dort. Aus den Staaten der AKP-Länder (Afrika, Karibik, Pazifik) werden etwa 16 Prozent importiert, 9 Prozent kommen aus der EU selbst.

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