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Gebäudesanierung : Neuer Anlauf für bessere Dämmung

  • Aktualisiert am

Sanierung eines Altbaus Bild: : Autzen & Reimers

Energiesparen durch die energetische Sanierung von Gebäuden: Diese Idee ist viel älter als die Energiewende der schwarz-gelben Koalition. Das Bundesbauministerium legt schon seit 2006 ein CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf.

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          Energiesparen durch die energetische Sanierung von Gebäuden: Diese Idee ist viel älter als die Energiewende der schwarz-gelben Koalition. Das Bundesbauministerium legt schon seit 2006 ein CO2-Gebäudesanierungsprogramm auf. Über Kredite oder Zuschüsse fördert die staatseigene KfW-Bank Baumaßnahmen an Wohngebäuden, um den Kohlendioxidausstoß zu mindern - und damit die Energiekosten zu senken. Das Ministerium verweist stolz auf die "erheblichen Energieeinsparerfolge".

          Über die Jahre gerechnet, seien 20 bis 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart worden. Von 2006 bis 2010 förderte der Bund das energieeffiziente Bauen und Sanieren sowie die Sanierung der lokalen Infrastruktur mit rund 7,1 Milliarden Euro. In der Zeit bewilligte die KfW rund 900 000 Kredite und Zuschüsse von mehr als 36 Milliarden Euro und stieß damit Investitionen von 75 Milliarden Euro an. Im laufenden Haushalt von Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) standen dafür bislang rund 936 Millionen Euro Fördermittel bereit. Beflügelt durch die Energiewende, stockt die Bundesregierung das KfW-Programm von 2012 an wieder auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr auf.

          Ein zweiter Pfeiler des Bemühens um mehr Energieeffizienz sind die geplanten steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für Hauseigentümer, die sich ebenfalls auf ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro addieren sollen. Die Anreize sollen dazu führen, dass sich der Anteil der Gebäude, die energetisch saniert werden, auf jährlich 2 Prozent verdoppelt. Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden sieht vor, dass Eigentümer von vor 1995 erbauten Wohngebäuden künftig unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 10 Prozent der Sanierungskosten von der Steuer absetzen können. Voraussetzung ist, dass der gesamte Energieverbrauch des Gebäudes nach der Sanierung um mindestens 15 Prozent unter dem eines vergleichbaren Neubaus liegt. Der Energiespareffekt muss durch einen Sachverständigen bestätigt werden. Zudem kann der Investor nicht gleichzeitig zinsverbilligte Darlehen, steuerfreie Zuschüsse oder eine Investitionszulage in Anspruch nehmen. Die Aufwendungen kann er über zehn Jahre als Sonderabschreibungen abziehen.

          Die steuerlichen Mindereinnahmen durch diese Regelung werden auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Davon müssten die Länder (und Gemeinden) rund 900 Millionen Euro schultern. Das Bundesfinanzministerium besteht auf einer Kostenteilung zwischen Bund und Ländern. Die Länder sperren sich aber noch, sie wollen einen finanziellen Ausgleich vom Bund. Sie begründen ihre Forderung mit der Schuldenbremse im Grundgesetz, die den Ländern auferlegt, von 2020 an ohne Neuverschuldung auszukommen.

          Die Bundesländer fordern außerdem wie viele Wirtschafts-, Wohnungs- und Umweltverbände eine deutliche Aufstockung des Gebäudesanierungsprogramms. In einer Stellungnahme plädiert der Bundesrat dafür, die Finanzmittel des Gebäudesanierungsprogramms "über die von der Bundesregierung genannten 1,5 Milliarden auf je 5 Milliarden Euro für die Jahre 2012 bis 2014 zu erhöhen".

          (enn.)

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