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Klatschblog gegen Milliardär : Gawker gegen Peter Thiel: Die nächste Runde

  • -Aktualisiert am

Hat der Milliardär Peter Thiel sich gerächt? Bild: AP

Der Wrestler Hulk Hogan gewinnt mithilfe Thiels einen Prozess gegen den Klatschblog Gawker. Der will dem deutschen Milliardär vor Gericht nun Rachegelüste nachweisen.

          Gawker gibt nicht auf. Der Klatschblog hat laut Forbes am Dienstag ein Feststellungsverfahren bei einem New Yorker Insolvenzgericht beantragt. Ziel des Antrags ist es mehr über die Beteiligung des PayPal-Milliardärs Peter Thiel an dem für Gawker desaströsen Gerichtsvergleich mit Wrestler Hulk Hogan zu erfahren. Am Ende könnte eine Klage gegen Thiel stehen.    

          Die Fehde geht zurück ins Jahr 2007, als ein zur Gawker Gruppe gehörender Blog den Milliardär unter der Überschrift „Peter Thiel ist total schwul, Leute“ outete. Im Mai dieses Jahres kam heraus, dass Thiel Hogan mit 10 Millionen Dollar in seinem Gerichtsverfahren gegen Gawker unterstützte. Der Blog hatte ein Sextape veröffentlicht, das den verheirateten Hogan mit einer Geliebten zeigte. Gawker verlor und Hogan wurde eine Vergleichszahlung von 140 Millionen Dollar zugeschrieben, woraufhin die Tratsch-Mediengruppe Insolvenz anmeldete. Zuvor hatte Thiel bereits eine Sammelklage von ehemaligen Gawker Praktikanten gegen den Tratschblog finanziell unterstützt.

          Gawker hofft nun Facebook-Investor Thiel durch die Akteneinsicht ein Rachemotiv nachweisen zu können. Der Feststellungsantrag stützt sich auf einen Artikel der New York Times, der „Rache“ und „spezifischer Abschreckung“ als die Beweggründe Thiels für die Ünterstützung von Wrestler Hogan nannte. Obwohl Thiel nie geschäftliche Beziehungen zu Gawker unterhielt, so der Antrag weiter, wollte dieser den Blog in die Pleite treiben.  

          Der Blog selbst wurde nach dem Hogan-Urteil eingestampft und der Rest der Gawker Media Group zerschlagen. Auch wenn die Reste der Gruppe mittlerweile unter Gizmodo Media Group firmieren, kann Gawker unter amerikanischem Recht weiterhin vor Gericht auftreten.

          Ob das Gericht Gawker Akteneinsicht gewähren wird, ist ebenso fraglich wie die Erfolgsaussichten nach einer etwaigen Einsicht. Der Insolvenzanwalt Richard Thames sagte gegenüber Forbes: „Es ist nichts dabei, zumindest prinzipiell, wenn jemand bei Gerichtskosten unterstützt. Das passiert ständig“. Gawker scheine nach dem letzten Strohhalm zu greifen, um doch noch einen weniger schmerzhaften Vergleich zu erkämpfen.

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