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Gaspreise : Der Schock kommt im April

  • -Aktualisiert am

Auch das Gas wird teurer Bild: dpa

Schon zum Jahreswechsel werden 250 Versorger ihre Gaspreise erhöhen. Damit greifen sie einem für den April erwarteten Preisanstieg beim Gas vor. Doch die Möglichkeit, den Versorger zu wechseln, sind auf dem Gasmarkt weiter gering.

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          Zum 1. Januar 2008 werden rund 250 Gasversorger in Deutschland ihre Preise um durchschnittlich 5,8 Prozent erhöhen, hat das Verbraucherportal Verivox errechnet. Damit greifen diese Versorger dem bevorstehenden Preisschock vor: „Wegen des stark gestiegenen Ölpreises rechnen wir erst zum April mit einem starken Anstieg der Gaspreise“, sagte Verivox-Sprecherin Dagmar Ginzel der F.A.Z.

          Zuvor hatte bereits das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen Anstieg des Gaspreise im kommenden Frühjahr um 20 Prozent vorhergesagt. Der Gaspreis reagiert mit etwa sechs Monaten Verzögerung auf den Anstieg des Ölpreises, der zur Zeit bei rund 91 Euro je Barrel (159 Liter) liegt.

          Schwankungsbreite nimmt zu

          Das Jahr 2007 brachte für die deutschen Gasverbraucher eigentlich eine Entlastung: Die Gasrechung ist für einen Durchschnittshaushalt um 3,4 Prozent auf 1304 Euro gefallen. Allerdings nimmt die Schwankungsbreite immer mehr zu. Zum Beispiel haben die Stadtwerke Görlitz ihren Preis in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht und verlangen von einem Durchschnittshaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und 10 Kilowatt Heizleistung mehr als 1600 Euro.

          Bild: F.A.Z.

          Dagegen haben die Stadtwerke Leipzig, die bisher immer sehr hohe Tarife verlangt haben, ihren Preis wegen der starken Kundenabwanderung um 16 Prozent gesenkt und stellen ab Januar einem Durchschnittshaushalt nur noch 1440 Euro in Rechnung, hat Verivox errechnet. Günstigster Anbieter in Deutschland sind die Stadtwerke Stade, die 1077 Euro von einem Durchschnittshaushalt verlangen, während die Stadtwerke Weißwasser 1734 Euro in der Grundversorgung für diese Gasmenge berechnen.

          Geringer Wettbewerb auf dem Gasmarkt

          Die Möglichkeiten, den Versorger zu wechseln, sind auf dem Gasmarkt weit geringer als auf dem Strommarkt (siehe auch Stromanbieter: Bei einem Wechsel bis zu 400 Euro sparen). Es gibt mit der Eon-Tochtergesellschaft E wie Einfach nur einen bundesweiten Gasanbieter, der seit Anfang des Jahres aktiv ist. Daneben gibt es noch einige Stadtwerke oder neue Anbieter wie Nuon, die aber nur in einigen Regionen anbieten.

          Wegen des geringen Wettbewerbs ist auch das Sparpotential der Gasverbraucher viel kleiner als auf dem Strommarkt. In 146 Versorgungsgebieten beträgt das Sparpotential eines Wechsels immerhin mehr als 100 Euro, in 132 Gebieten ist aber überhaupt keine Ersparnis möglich, da der günstigste Tarif des lokalen Versorgers auch gleichzeitig das günstigste verfügbare Angebot darstellt.

          E wie Einfach lohnt sich nicht immer

          E wie Einfach verlangt immer 2 Cent je Kubikmeter Gas weniger als der allgemeine Preis des örtlichen Grundversorgers. Da viele Versorger neben dem allgemeinen Preis auch einen günstigeren Spartarif im Angebot haben, lohnt sich ein Versorgerwechsel zu E wie Einfach daher nicht automatisch. Interessant könnte angesichts der zu erwartenden Preissteigerung im Frühjahr die einjährige Preisgarantie sein, die E wie Einfach seinen Kunden gewährt. Damit könnte der zu erwartende Preisschock im Frühjahr vermieden werden.

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