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Zu hohe Kosten : Gasimporteur VNG beantragt Staatshilfe

  • Aktualisiert am

Anlagen für die Speicherung von Gas auf einem VNG-Gelände in Sachsen-Anhalt. Bild: dpa

Der Gasimporteur VNG muss Staatshilfe beantragen. Grund sind die massiv gestiegenen Einkaufspreise wegen des Ausfalls russischer Lieferungen. Der Aktienkurs des Mutterkonzerns EnBW bricht um mehr als 9 Prozent ein.

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          Der Gasimporteur VNG braucht wegen des Ausfalls russischer Lieferungen staatliche Hilfe: Das Unternehmen werde noch am Freitag beim Bundeswirtschaftsministerium einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen stellen, teilte das Unternehmen am Morgen in Leipzig mit. „Um weiteren Schaden von VNG abzuwenden und die Handlungsfähigkeit des VNG-Konzerns insgesamt zu sichern“, sehe sich das Unternehmen dazu veranlasst, weitere Hilfsmaßnahmen zu beantragen, hieß es weiter.

          Die Leipziger Verbundnetzgas AG (VNG), eine Tochtergeselllschaft des Energiekonzerns EnBW,  ist den Angaben zufolge drittgrößter deutscher Gasimporteur und stand 2021 für rund ein Fünftel des Gasbedarfs hierzulande. Der angeschlagene ostdeutsche Gaskonzern muss wie auch Uniper wegen des Stopps der russischen Lieferungen Gas am Markt zu horrenden Preisen kaufen, um seine Verpflichtungen zu erfüllen.

          VNG hatte bereits einen Antrag auf Gelder aus der sogenannten Gasumlage gestellt. Parallel würden die laufenden Gespräche der VNG AG und ihrer Aktionäre mit der Bundesregierung über Möglichkeiten für eine Stabilisierung des Unternehmens fortgesetzt, so das Unternehmen.

          Verluste nicht durch Gasumlage kompensiert

          In der Erklärung heißt es weiterhin, man habe zwei Verträge, die von russischen Gas-Lieferausfällen betroffen seien. Seit August habe sich die Lage deutlich verschärft. Den Verlust dieses Jahr bezifferte das Unternehmen auf circa eine Milliarde Euro. Dieser würde auch nicht durch die ab Oktober greifende Gasumlage aufgefangen. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte am Morgen auf dpa-Anfrage mit, dass der Antrag von VNG „soeben eingegangen“ sei und nun umfassend geprüft werde.

          ENBW ENERGIE BAD.-WUE. ON

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          „Bis zum Beginn des russischen Angriffskrieges war VNG eine kerngesunde Unternehmensgruppe“, teilte der Importeur weiter mit. Das Unternehmen beliefert unter anderem Stadtwerke, Industrie- und Großkunden mit Gas und muss die Verträge erfüllen. Da Russland seine Lieferungen im Zuge des Kriegs allerdings seine Lieferungen drastisch zurückgefahren hat, muss der Versorger Ersatz zu deutlich höheren Preisen beschaffen.

          Die VNG ist nach Angaben von EnBW systemrelevant für die Versorgungssicherheit in Deutschland und spielt gerade in Ostdeutschland eine bedeutende Rolle. Die VNG-Gruppe versorgt demnach rund 400 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Gas. Nach Bekanntwerden des Antrags auf Staatshilfe brach der Aktienkurs von EnBW um mehr als 9 Prozent ein.

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