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Gas-Streit im Mittelmeer : Scheinriese Erdogan

  • -Aktualisiert am

Erdogan bei einer Pressekonferenz am 21. August 2020 Bild: EPA

Erdogan hat seinen Zenit überschritten. Einst hat er viel für den Aufbau der Türkei getan, heute treibt er das Land in die Armut.

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          Recep Tayyip Erdogan, der Präsident der Türkei, hat seinen politischen Zenit überschritten. Die städtische Bevölkerung des Schwellenlandes vor den Toren der EU ist bei den Wahlen 2019 zur Opposition übergelaufen. Nur durch Manipulation konnte er seine AKP mancherorts an der Macht halten.

          In der Wirtschaft läuft es auch nicht gut. Die Corona-Krise ist nur ein Verstärker seiner verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik. Schon senken Ratingagenturen wie Fitch den Daumen, die Lira wertet weiter ab. Weil Erdogan sich nach dem versuchten Putsch 2016 die politischen Institutionen von der Justiz bis zur Notenbank untertan gemacht hat, fehlt ein Korrektiv.

          Zuflucht sucht der geschwächte Scheinriese in populistischen Aktionen wie der Umwidmung ehemaliger Kirchen in Moscheen, dem Wiederbeleben osmanischer Großmachtträume und großmäuligen Versprechen zur Energieversorgung. Wer zu Hause nur befiehlt, hat verlernt, mit Nachbarn zivil zu reden. Wenige Länder, die er nicht vor den Kopf gestoßen hat.

          Dabei wären bei einem gütlichen Umgang viele Probleme von der Flüchtlingskrise bis zur Energiepolitik lösbar. Erdogan, der einst viel für den Aufbau der Türkei getan hat, treibt sie nun in die Armut.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

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