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Scholz senkt Mehrwertsteuer : Nun wird die Gasrechnung kompliziert

Licht ins Dunkel: Hinterhof eines Wiesbadener Mietshauses Bild: Frank Röth

Der Bundeskanzler verspricht, dass die Entlastung für Haushalte dank der sinkenden Mehrwertsteuer höher ausfällt als die Belastung durch die Gasumlage. Wie sieht die Rechnung unterm Strich wirklich aus?

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          In Krisenzeiten können Schrecken und Erleichterung, Belastungen und Entlastungen unmittelbar hintereinander folgen. Das war am Donnerstag der Fall, als in Deutschland zunächst höhere Umlagen für Erdgaskunden bekannt wurden und kurz darauf dann eine Senkung der Mehrwertsteuer.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung.

          Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte in Berlin an, bis zum 31. März 2024 die Steuer auf den Gasverbrauch von 19 auf 7 Prozent zu reduzieren. Dieser Zeitraum umfasst die Laufzeit der neuen Gasbeschaffungsumlage, die dazu dient, einen Großteil der Zusatzkosten für den teuren Ersatzeinkauf anstelle russischer Lieferungen zu finanzieren. Diese Umlage kostet den Endverbraucher 2,42 Cent je Kilowattstunde (kWh) und unterliegt nach geltendem Europarecht wie alle Bestandteile des Arbeitspreises der Mehrwert- oder Umsatzsteuer. Die Europäische Kommission teilte mit, dass die Steuersenkung mit der zugrundeliegenden Richtlinie vereinbar sei

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