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Energiesicherheit : Der Gas-Notfallplan für den Herbst

Hat einen Plan: Bundeswirtschaftsminister und Vize-Kanzler Robert Habeck (Grüne) Bild: dpa

Die Regierung plant die Uniper-Rettung und rüstet sich für eine mögliche Gassperre in der kommenden Woche. Wie das genau ablaufen könnte: Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

          4 Min.

          Gibt es eine Gasknappheit?

          Noch nicht. Es kommt in der warmen Jahreszeit sogar mehr Gas nach Deutschland, als verbraucht wird. Deshalb lassen sich die Speicher weiter füllen. Doch seit Mitte Juni strömen nur noch 40 Prozent über die Hauptleitung Nord Stream 1 aus Russland. Gazprom begründet das mit fehlenden Siemens-Bauteilen für eine Verdichterstation. Diese hingen wegen der Sanktionen in Kanada fest, der Westen sei selbst schuld. Die Bundesregierung hält das für vorgeschoben und wirft Moskau vor, Gas als Waffe einzusetzen.

          Könnte sich die Lage zuspitzen?

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ja. Zum einen wird Nord Stream 1 am Montag wegen einer regulären jährlichen Wartung zehn Tage lang komplett abgedreht. Normalerweise läuft dann mehr Gas über die Ukraine-Pipeline, aber die ist wegen des Krieges nur eingeschränkt einsatzbereit. Hinzu kommt die Befürchtung, dass Russland Nord Stream 1 gar nicht wieder aufdreht. Dann ließen sich die Kavernen nicht mehr auffüllen, und es käme möglicherweise zu einer „Gasmangellage“. Berlin könnte den Gasnotfall ausrufen, die Bundesnetzagentur der Industrie Gas zuteilen.

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