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Gas für China : Noch ein Kunde

  • -Aktualisiert am

Russland versorgt künftig auch China. Dass Peking dadurch Europa das Gas weg kauft, sollte sich aber niemand einreden lassen.

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          Russland wird China künftig mit Gas versorgen. Dabei geht es um viel Geld, hohe Investitionen und nicht zuletzt auch um geostrategischen Wettbewerb. Mitten im Ukraine-Konflikt und den Sorgen vor der Erpressbarkeit Europas durch den russischen Gaslieferanten sendet Moskau dem Westen ein Signal eigener Unabhängigkeit: Wir haben noch einen Kunden!

          Die Chinesen werden das Beste aus der Lage gemacht und einen guten Preis erzwungen haben. Denn Russlands Regierung ist so dringend auf Devisen angewiesen, wie sie diesen außenpolitischen Erfolg brauchte. Umgerechnet 290 Milliarden Euro wiegt der laut Berichten aus Schanghai. Das ist viel.

          Bricht man die Summe auf 30 Jahre Lieferzeit herunter, bleiben aber weniger als 10 Milliarden Euro im Jahr. Ähnliches gilt für das verabredete Transportvolumen. 38 Milliarden Kubikmeter sind nicht wenig, aber nur rund ein Fünftel der nach Europa bestehenden Kapazitäten. Und Gasprom baut weitere Leitungen mit einer Kapazität von 63 Milliarden Kubikmetern nach Südosteuropa. Der Vertrag mit China ist historisch, weil er der erste ist und Russlands Kundenkreis ausweitet. Dass China Europa das Gas weg kauft, das sollte sich aber niemand einreden lassen.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

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