https://www.faz.net/-gqe-9ip9a

Hunderte Flüge gestrichen : Warnstreiks an acht deutschen Flughäfen haben begonnen

  • Aktualisiert am

Ein Airbus A380 der Lufthansa auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens Bild: dpa

Fluggäste müssen mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Den ganzen Tag lang legt das Sicherheitspersonal an acht deutschen Flughäfen die Arbeit nieder. Allein am Frankfurter Flughafen wurden 570 Flüge gestrichen.

          1 Min.

          Am Frankfurter Flughafen hat das Sicherheitspersonal nach Verdi-Angaben am frühen Dienstagmorgen mit seinem angekündigten Warnstreik begonnen. Der Arbeitskampf soll von 2.00 Uhr bis 20.00 Uhr dauern. Wie viele Mitarbeiter sich im Laufe des Tages voraussichtlich an den Arbeitsniederlegungen in Frankfurt beteiligen sollten, konnte ein Verdi-Sprecher in der Nacht zunächst nicht sagen. Am größten deutschen Flughafen sind etwa 5000 Beschäftigte für die Kontrolle von Passagieren und Fracht zuständig.

          Die Warnstreikwelle des Sicherheitspersonals an insgesamt acht deutschen Airports hatte am frühen Dienstagmorgen mit Arbeitsniederlegungen am Hamburger Flughafen begonnen. Das bestätigte die Gewerkschaft Verdi. Bestreikt werden auch die Flughäfen in München, Hannover, Bremen, Dresden, Erfurt und Leipzig/Halle.

          Durch den ganztägigen Arbeitskampf kommen die Reisepläne tausender Passagiere durcheinander, sie müssen mit massiven Ausfällen und Verspätungen rechnen. Vorsorglich wurden mehrere hundert Starts und Landungen gestrichen, allein in Frankfurt sollten am Dienstag 570 Flugverbindungen ausfallen. In Hamburg waren am schon am Montag mit 109 Starts fast zwei Drittel der ursprünglich 178 für Dienstag geplanten Abflüge mit mehr als 20.000 Passagieren gestrichen worden.

          Lufthansa streicht 500 Flüge

          Die Lufthansa muss einem Sprecher zufolge insgesamt rund 500 Flüge streichen, davon 28 Interkontinentalverbindungen. Ihre Billigflugtochter Eurowings sagte 120 von 700 Verbindungen ab. Der Flughafen München sieht sich weniger betroffen, da die landeseigene Gesellschaft SGM für die Sicherheitskontrollen zuständig und an den Verhandlungen nicht beteiligt sei. 

          Flughäfen und Airlines hatten die Kunden aufgerufen, sich rechtzeitig zu informieren und möglichst umzubuchen. Nach den Streiks in Berlin, Stuttgart, Düsseldorf und Köln-Bonn vorige Woche sprenge die Gewerkschaft nun den Rahmen, kritisierten Arbeitgeber, Flughäfen und Tourismusbranche. Sie warfen Verdi vor, rücksichtslos und unverhältnismäßig vorzugehen.

          Ziel der Gewerkschaften Verdi und DBB ist, mit dem bislang umfassendsten Arbeitskampf in der laufenden Tarifrunde den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 23.000 Beschäftigten im Bereich der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle eine einheitliche Bezahlung. Verdi verlangt brutto 20 Euro pro Stunde. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt. Am 23. Januar soll weiterverhandelt werden. Dann will der BDLS eine neue Offerte vorlegen.

          Weitere Themen

          Insolvenzverwalter: Konzern wurde leergeräumt

          Wirecard-Skandal : Insolvenzverwalter: Konzern wurde leergeräumt

          Der Insolvenzverwalter von Wirecard erhebt schwere Vorwürfe gegen das ehemalige Management des Konzerns. Mit dem Teilverkauf in dieser Woche kommt aber ein wenig Geld in die Kassen, um den Skandal mit Unterstützung von Anwälten aufzuklären.

          Topmeldungen

          Der Begriff „Milliardenhöhe“ ist mit Betrugsgeschichten bislang zumindest hierzulande selten gewesen.

          Wirecard-Skandal : Insolvenzverwalter: Konzern wurde leergeräumt

          Der Insolvenzverwalter von Wirecard erhebt schwere Vorwürfe gegen das ehemalige Management des Konzerns. Mit dem Teilverkauf in dieser Woche kommt aber ein wenig Geld in die Kassen, um den Skandal mit Unterstützung von Anwälten aufzuklären.
          Plötzlich auf der Intensivstation: Welche Behandlung Patienten im Notfall wünschen, sollten sie in einer Patientenverfügung festhalten (Symbolbild).

          Was Corona lehrt : Triage braucht ein Gesetz

          Wen zuerst behandeln, wenn die Intensivbetten nicht ausreichen? Seit der Coronakrise ist Triage eine gesamtgesellschaftliche Frage. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat Intensivmediziner zu ihren Erfahrungen befragt.
          Protest gegen die alte Verfassung in Santiago.

          Abstimmung über Verfassung : Chile ringt um seine Zukunft

          Am Sonntag stimmen die Bürger in Chile darüber ab, ob es eine neue Verfassung gibt. Die bisherige stammt noch aus der Zeit von Diktator Augusto Pinochet – und gilt Gegnern als Wurzel aller Ungerechtigkeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.