Eine Galeria-Filiale in Berlin Tegel am 1. November 2022 Bild: Reuters
Staatshilfen reichen nicht mehr und weitere Filialen müssen geschlossen werden. Gehen bei Deutschlands größter Warenhauskette jetzt endgültig die Lichter aus?
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Der Betreiber des kriselnden Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof gibt nicht auf und will sein verlustreiches Filialnetz mit Hochdruck in Eigenregie sanieren – auch wenn Handelsexperten diesem Geschäftsmodell nur geringe Zukunftschancen einräumen. Der Konzern, der vom österreichischen Immobilienunternehmer Rene Benko kontrolliert wird, stellte am Montag einen Antrag auf Insolvenz in Form eines Schutzschirmverfahrens. Galeria-Chef Miguel Müllenbach erklärte den harten Schnitt mit den verschlechterten Rahmenbedingungen für den Einzelhandel: „Mit Beginn des Ukrainekrieges haben die explodierenden Energiepreise sowie die historische schlechte Konsumstimmung die Situation grundlegend verändert“, sagte er im Gespräch mit der F.A.Z.
Damit durchläuft Galeria nun schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren ein solches Sanierungsverfahren. Dazu muss die führende Warenhauskette in Deutschland abermals Filialen aufgeben, 40 von 131 diesmal. Schon beim letzten Schutzschirmverfahren 2020 stand für Sanierer Arndt Geiwitz der Wegfall von insgesamt 85 der damals 172 deutschen Filialen zur Debatte. Doch stattdessen wurden nur 45 unprofitable Galeria-Häuser geschlossen, was zum Abbau von 5000 Arbeitsplätzen führte.
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