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Gabriel-Kommentar : Auch Politiker brauchen Exit-Strategien

Der Wechsel von Sigmar Gabriel zu Siemens Alstom hat ein Geschmäckle. Trotzdem ist Austausch besser als Abgrenzung.

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          So schafft man sich seinen Arbeitsplatz: Der SPD-Politiker Sigmar Gabriel machte sich als Wirtschaftsminister für die Fusion von Siemens und Alstom stark, und jetzt soll er in den Verwaltungsrat des noch zu schaffenden Bahnkonzerns einziehen. Der Geschmäckle-Aufschrei ist somit vorhersehbar gewesen.

          Auf der anderen Seite müssen Politiker auch Exit-Strategien haben dürfen, so wie Managern der Eintritt in die Politik geebnet werden sollte. Austausch ist besser als Abgrenzung. Gabriel hält die verlangte Karenzzeit ein und kann als Abgeordneter von Salzgitter auch noch lokale Expertise aus dem Umfeld des weltgrößten, dort angesiedelten Alstom-Werkes einbringen.

          Die Empörung über die Nominierung wird bald wieder verhallen, so dass Siemens und Alstom nach den zu erwartenden Wettbewerbsgenehmigungen voraussichtlich gegen Jahresende mit ihrer Fusion beginnen können. Beide ziehen in guter Gesundheit in den Zusammenschluss ein. Öffentliche Verkehrsmittel sind derzeit besonders in den verstopften Städten gefragt, aber auch auf mancher Langstrecke.

          Jetzt müssen die Hersteller von ICE und TGV nur noch dafür sorgen, dass sie sich nicht wie die Fusionspartner in der Frühphase von Airbus entweder bekriegen oder teilnahmslos nebeneinanderher arbeiten, sondern eine gemeinsame Kultur schaffen. Das ist keine Kleinigkeit.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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