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G8-Gipfel : Folklore statt Fortschritt

In der Zange zwischen den Präsidenten Obama und Hollande, die auf kostspielige Wachstumsimpulse dringen, hat es Frau Merkel beim G8-Gipfel geschafft, sich zu nichts verpflichten zu lassen. Angesichts der schwierigen Ausgangslage ist das kein geringer Erfolg.

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          Für Präsident Obama bietet der Gipfel acht großer Wirtschaftsnationen schöne Bilder - bald ist Wahlkampf. Für François Hollande, den neuen ersten Mann Frankreichs, ist es der erste Auftritt auf internationaler Bühne - das Interesse ist groß. Für Bundeskanzlerin Merkel besteht der Gipfel in Camp David vor allem aus Fragen - die meisten der unangenehmeren Art. Für Russlands ins Amt zurückgekehrten Präsidenten Putin lohnte der ganze Aufwand nicht - er hat seinen Statthalter Medwedjew geschickt.

          Kein geringer Erfolg

          Die Deutsche, die als Chefdesignerin der Anti-Krisen-Strategie in Europa gilt, musste sich vieles anhören. Die Lage des Euroraums ist nach wie vor heikel. Das kleine, am Rand des Abgrunds taumelnde Griechenland zehrt an den Nerven der Großen. Der große Befreiungsschlag ist ausgeblieben. Wie könnte es anders sein? Schuldenberge, die über Jahrzehnte aufgehäuft wurden, lassen sich nicht über Nacht mit einem markigen Kommuniqué abtragen.

          Die unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wie man die Volkswirtschaften wieder zum Wachsen bringen könnte, hat man sprachlich übertüncht. Amerikaner und Japaner haben es geschafft, ihre wirtschaftlichen Probleme weitgehend aus der Debatte herauszuhalten, obwohl ihre Schuldenlasten nicht kleiner sind als die in Europa. Anders als die Europäer, die sich unter dem Druck der Märkte bemühen, Etatdefizite zu verringern und Wirtschaft sowie Arbeitsmärkte zu reformieren, haben sich Amerikaner und Japaner bisher kaum bewegt. In der Zange zwischen Obama und Hollande, die auf jene Wachstumsimpulse dringen, die erfahrungsgemäß mehr Geld verschlingen, als sie später freisetzen, hat Frau Merkel es geschafft, sich zu nichts verpflichten zu lassen. Angesichts der schwierigen Ausgangslage ist das kein geringer Erfolg.

          Nette Bilder vom Feriensitz

          Der Gipfel bot ansonsten mehr Folklore als Fortschritt. Ohne Russlands starken Mann konnten die Zeitbomben namens Iran und Syrien nicht entschärft werden. Die üblichen Gäste aus Afrika schauten vorbei und hörten ein vages Bekenntnis zu mehr Hilfe für die Armen der Welt. Es bleiben nette Bilder vom idyllischen Feriensitz des amerikanischen Präsidenten und das übliche „Familienfoto“. Am Ende einer nicht einmal vierundzwanzig Stunden währenden Veranstaltung steht der Eindruck, dass sich dieses Forum überlebt hat, aber noch nicht sterben darf. Warum eigentlich nicht?

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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