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G7-Treffen : Jeder will Konjunkturflaute allein bekämpfen

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Kein gemeinsamer Nenner beim G7-Treffen in Washington. Die Probleme sind erkannt, doch lösen will sie jeder auf seine Art.

          Die sieben führenden Industriestaaten (G-7) haben bei ihrem Treffen in Washington keine gemeinsamen Programme gegen die Flaute der Weltkonjunktur beschlossen.

          Zwar versprachen die Finanzminister und Notenbankchefs den Kampf gegen eine Abkühlung der Weltkonjunktur. Doch jede Regierung werde im eigenen Land eine entsprechende Politik verfolgen, hieß es. Der gastgebende US-Finanzminister Paul O'Neill erklärte, in seinem Land sei die Grundlage für erneutes Wachstum gelegt worden.

          USA fordern Potenzial in Europa auszuschöpfen

          Zentrales Thema der traditionellen Gespräche am Rande der Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank war der weltweite konjunkturelle Abschwung. Die USA forderten vor dem Treffen die Teilnehmer auf, ihr gesamtes Potenzial zur Vermeidung einer Rezession auszuschöpfen.

          Obwohl vor der Tagung Forderungen nach einer Zinssenkung im Euroraum laut geworden waren, haben die G-7-Staaten (USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada) keine entsprechende Empfehlung abgegeben. EZB-Präsident Wim Duisenberg sagte denn auch am Samstagabend nach den Beratungen in Washington, eine Zinssenkung zum gegenwärtigen Zeitpunkt wäre der Glaubwürdigkeit der Zentralbank abträglich.

          Japan bereitet Sorge

          O'Neill sagte am Freitag, die USA würden mit den geplanten Steuersenkungen und den Zinssenkungen der Notenbank ihren Anteil übernehmen. Er forderte Europa und Japan auf, ebenfalls tätig zu werden, nannte allerdings keine Einzelheiten. Am Freitag war auch ein überraschend starkes US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2001 bekannt. Mit zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Bruttoinlandsprodukt doppelt so stark wie erwartet.

          Sorge bereitet den G-7 vor allem die Lage in Japan, das seit einem Jahrzehnt gegen eine Rezession kämpft. Auch die Wirtschaftskrisen in der Türkei und Argentinien werden aufmerksam verfolgt. Der IWF will am Wochenende ein Hilfspaket für Ankara im Wert von zehn Milliarden Dollar ausarbeiten und mit Vertretern aus Buenos Aires sprechen.

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