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Kommentar : Mit Krediten kann man kein Wachstum kaufen

Amerika will die Deutschen zu mehr Staatsausgaben verleiten. Wolfgang Schäuble macht nicht mit. Er hat Recht.

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          Das Treffen der Finanzminister aus den zwanzig wichtigsten Wirtschaftsnationen im australischen Cairns verlief nach bekanntem Muster. Die Amerikaner hatten vorher Druck aufgebaut, um die Deutschen zu mehr Staatsausgaben zu verleiten. Paris, das mit den Reformen und der Haushaltskonsolidierung nicht vorankommt, erhofft sich auch Erleichterungen, wenn Deutschland den Motor anwirft.

          Doch so einfach geht es nicht. Mit Krediten lässt sich Wachstum nicht nachhaltig erkaufen. Wolfgang Schäuble hat Recht: Es kommt vor allem auf die privaten Investoren an. Während Schäuble mit guten Gründen auf der anderen Seite der Erdkugel Forderungen nach einer Änderung in der deutschen Finanzpolitik beharrlich trotzt, kommt aus der Heimat Gegenwind.

          Jörg Asmussen, Staatssekretär im Arbeitsministerium, mahnte im Bunde mit EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré, Deutschland müsse seine Spielräume nutzen, um Investitionen zu fördern und die Steuerbelastung der Arbeitnehmer zu reduzieren. Man kann sich vorstellen, wie empört Schäuble auf diese Einmischung reagiert. Dass Asmussen den gemeinsamen Artikel als Privatperson schrieb, macht es nicht besser.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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