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Fußball : Um Manchester rangeln die Reichen

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Der Erfolg bringt ManU Investoren aus aller Welt Bild: PA

Malcolm Glazer wird zweitgrößter Mitinhaber des Fußballklubs Manchester United: Beim wertvollsten Fußballunternehmen der Welt rangeln nun drei Großaktionäre um mehr Einfluß.

          Beim wertvollsten Fußballunternehmen der Welt rangeln drei Großaktionäre um mehr Einfluß. Neben den irischen Investoren John Magnier und John Patrick Mc Manus, die direkt mit 23 Prozent beteiligt sind, rückt der amerikanische Sportunternehmer Malcolm Glazer mit 8,9 Prozent zum zweitgrößten Eigentümer des Klubs auf. Im Gleichschritt mit Glazer erhöhte auch der niederländische Medienunternehmer John de Mol seinen Anteil bei Manchester United von 3,5 auf 4,1 Prozent.

          Glazer, der in der Sportwelt als Eigentümer des amerikanischen Football-Meisters "Tampa Bay Buccaneers" bekannt ist, rückt als Miteigentümer des englischen Fußballmeisters immer mehr ins Rampenlicht: Binnen zwei Wochen vergrößerte der 74 Jahre alte Milliardär aus Florida seinen Anteil bei Manchester United von 3,2 auf jetzt 8,9 Prozent. Glazer hatte zu Jahresbeginn ein 2,9-Prozent-Paket für 9 Millionen Pfund erworben und dieses Engagement anfangs als lukrative Kapitalanlage bezeichnet: "United ist eine attraktive, weltweit bekannte Sportmarke, ich dachte, das ist ein glänzendes Investment."

          Spekulationen über Spekulationen

          Nach den gezielten Zukäufen in jüngster Zeit schießen die Spekulationen über die wahren Motive Glazers in der Londoner City ins Kraut. Der amerikanische Sportunternehmer versuchte, zunächst schrittweise seinen Einfluß im Eigentümerkreis zu vergrößern, um demnächst eine komplette Übernahme des nordenglischen Fußballklubs vorzubereiten, heißt es in Bankenkreisen. Der aktuelle Marktwert von Manchester United, der im Zuge des jüngsten Kursauftriebs in den vergangenen Monaten bei 625 Millionen Pfund (882 Millionen Euro) gipfelte, dürfte Glazer dabei keinerlei finanzielle Probleme bereiten. Schließlich wird das Privatvermögen des amerikanischen Sport-Magnaten auf rund 1,5 Milliarden Dollar veranschlagt.

          Um sich vor einem feindlichen Übernahmeversuch durch Glazer zu schützen, hatten die bisherigen Haupteigentümer Magnier und Mc Manus zu Wochenbeginn vorgebaut: Das Millionärsduo aus Dublin kaufte dem britischen Bezahl-Fernsehsender BSkyB dessen Anteil von knapp 10 Prozent ab und stockte so die gemeinsame direkte Beteiligung an Manchester United von 11,5 auf mehr als 23 Prozent auf (F.A.Z. vom 8. Oktober). Zusammen mit den Aktienpaketen, die bei Geschäftsfreunden von Magnier und Mc Manus geparkt sind, dürften beide inzwischen mehr als 30 Prozent des Aktienkapitals kontrollieren. So ist der schottische Minenbesitzer Harry Dobson, der langjährige Geschäftsverbindungen zu Magnier unterhielt, weiterhin mit 6,5 Prozent an dem englischen Sportunternehmen beteiligt.

          Im Vorgriff auf einen bevorstehenden Machtkampf zwischen den beiden Eigentümern soll dabei der niederländische Fernsehunternehmer John de Mol sein Engagement bei Manchester United vergrößert haben, heißt es in britischen Finanzkreisen. Dem Schöpfer der Fernsehserie "Big Brother" werden keine Ambitionen auf eine Komplettübernahme des Klubs nachgesagt. Um dennoch vom weiteren Kursanstieg zu profitieren, kaufte de Mols Investmentgesellschaft Talpa Capital weitere Anteile vom Finanzinvestor Lansdowne hinzu. Die Hedge-Fonds-Gesellschaft war bislang mit 5,2 Prozent am englischen Fußballmeister beteiligt.

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