https://www.faz.net/-gqe-91x4w

Fans bei Auswärtsspielen : Die Fußball-Karawane

Alles Dortmunder Jungs Bild: mauritius images

Eingefleischte Fußballfans müssen zu Auswärtsspielen Zehntausende Kilometer fahren. Im Vergleich zu UD Las Palmas geht es den deutschen Clubs jedoch noch gut.

          2 Min.

          Bundesliga-Fans bleibt auch in einer Woche wie dieser nichts erspart, wenn am Dienstag und Mittwoch Spiele stattfinden. Die treuesten Fußballfans der 18 Vereine sind bereit, sogar unter der Woche zu reisen, um FC Bayern München, Borussia Dortmund oder HSV auf Auswärtsspielen Beistand zu leisten. So ziehen an jedem Spieltag Karawanen durch das Land. Bayern-Fans müssen besonders viel fahren, wenn sie ihrem Rekordmeister überallhin begleiten. Doch die Fan-Gemeinde des FC Bayern ist zu Strapazen bereit.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          In der neuen Bundesliga-Saison 2017/2018 müssen sie, wollen sie bei jedem Auswärtsspiel ihrer Mannschaft treu bleiben, 17.378 Kilometer hinter sich bringen. München liegt nun einmal am Südzipfel der Bundesliga-Landkarte, weshalb die längsten Anfahrten vonnöten sind. Und weil Hertha BSC Berlin der östlichste Ausleger in der Spielplan-Geographie ist, kommen die Preußen mit 16.962 Kilometer gleich hinter den Bayern auf Platz zwei – auf einer nicht ganz ernst gemeinten Rangliste des Reiseverkehrsmittelportals Gopili. Die Freiburger wiederum liegen im südwestlichen Zipfel der Kicker-Nation. Daher müssen die Fans des SC Freiburg mit Auto oder Zug 16.424 Kilometern abfahren; Platz drei auf der Karawanen-Hitliste.

          Mallorca mit den meisten Kilometern

          Die hypothetischen Berechnungen von Gopili haben Unterhaltungswert, mehr nicht. Und doch geben sie Hinweise, was die Treuesten der Treuen auf sich nehmen, um ihren Verein auch in der Ferne nahe zu sein. Die Mannschaften müssen sich also darüber im Klaren sein, was sie ihnen bei besonders schlechten Leistungen antun.

          Die Zumutungen sind für die Fans von Eintracht Frankfurt (10.254 Kilometer) hingegen deutlich überschaubarer, weshalb sie das Ranking mit dem letzten Platz abschließen; die vom BVB (10.392 Kilometer) stehen auf dem vorletzten Platz, hinter Bayer 04 Leverkusen (10.468 Kilometer) und dem 1. FC Köln (10.590 Kilometer).

          Dagegen haben es die Anhänger in der englischen Premier League vergleichsweise bequem. Spitzenreiter ist Bournemouth mit 11.038 Kilometern. Die Engländer haben mit durchschnittlich 7156 Kilometer pro Saison im europäischen Vergleich am wenigsten zu überwinden; nur fast halb so viel wie die Deutschen mit im Schnitt 13.034 Kilometern. Das wundert nicht. Von 20 Vereinen der League kommen mit Arsenal, Chelsea, Crystal Palace, Tottenham Hotspurs und West Ham fünf Klubs aus London. Da geht es um Nachbarschaftsbesuche.

          Die Flächenländer des europäischen Fußballs sind schlechter dran. Franzosen (Durchschnitt 22.603 Kilometer) und Italiener (17.901 Kilometer) sind schon gefordert; am meisten jedoch die Spanier (27.606 Kilometer). Hart trifft es die Fans von UD Las Palmas. Die Einwohner von Gran Canaria müssen für jedes Auswärtsspiel ihre Insel verlassen, was sich in der Saison auf 78.362 Reisekilometer summiert. Eindeutig Spitze in Europa. Fast zwei Mal um den Äquator reisen, das tun sich selbst die verrücktesten Fans des Vereins dann doch nicht an.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kritisierte Meuthens Rede als „spalterisch“: der Vorsitzende der Bundestagsfraktion und AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland

          AfD-Parteitag : Gauland schlägt zurück

          Für seine Kampfansage an die Radikalen muss der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen heftige Kritik einstecken. Fraktionschef Alexander Gauland rügt Meuthens Rede als „Verbeugung vor dem Verfassungsschutz“ – dabei müsse die AfD gegen diesen „kämpfen“.

          Verletzte und Festnahmen : Zehntausende Menschen protestieren in Frankreich

          In Paris bauten Demonstranten Barrikaden und bewarfen Polizisten mit Steinen. Mehrere wurden verletzt. Die Demos richteten sich gegen Polizeigewalt und das umstrittene Sicherheitsgesetz. Die Organisatoren sprachen von 500.000 Teilnehmern im ganzen Land.

          Pressefreiheit in Frankreich : Macrons Doppelmoral

          Es ist gut, dass der französische Präsident Karikaturen gegen Zensurversuche im Namen der „politischen Korrektheit“ verteidigt. Doch er wäre glaubwürdiger, wenn er die Pressefreiheit nicht an anderer Stelle selbst einschränken würde.
          Kaum zu glauben: Marco Reus unterliegt mit der Borussia gegen Köln.

          Überraschende BVB-Pleite : Dortmunder Debakel gegen Krisenklub

          Mit einem Sieg hätte die Borussia an der Bundesliga-Tabellenspitze Druck auf den FC Bayern machen können. Stattdessen unterliegt der BVB dem abgeschlagenen 1. FC Köln. Erling Haaland vergibt in der Nachspielzeit eine Großchance.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.