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Fußball-Bundesliga : TV-Rechte bleiben bei Kirch-Media - Clubs müssen 20 Prozent sparen

  • Aktualisiert am

DFL: Abhängig von Fernsehgeldern Bild: dpa

290 Millionen Euro zahlt Kirch-Media für die Rechte. Die Spiele werden wie bisher von SAT.1 im Free TV und Premiere im Pay TV gezeigt.

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          Deutschlands Fußball-Fans können auch in der nächsten Saison die Bundesligaspiele bei SAT. 1 und Premiere sehen. Der Vorstand der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vergab am Freitag die TV-Rechte für zwei Jahre an die neue Projektgesellschaft (Buliga GmbH) der Kirch-Media.

          Das Unternehmen zahlt der DFL und ihren 36 Proficlubs pro Saison 290 Millionen Euro. Als Ausgleich für die geschuldeten 80 Millionen Euro aus dem Vorjahr erhält die DFL eine einmalige Zahlung von 50 Millionen Euro.

          Bundesliga soll Anteile an DSF und Sport1 erhalten

          Verlierer im TV-Poker ist der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber. Seine Firma AIM hatte 320 Millionen Euro pro Saison für einen Vierjahreskontrakt geboten und wollte die ARD ins Boot nehmen.

          Der neue TV-Vertrag enthält eine Option der Buliga GmbH für zwei weitere Spielzeiten. Dann werden 295 und 300 Millionen Euro TV-Honorar fällig. Außerdem wurden der DFL jeweils 25 Prozent am TV-Sender DSF und am Internet-Anbieter Sport1 angeboten. Lehnt der Profiverband das Angebot ab, fließen nochmals fünf Millionen Euro an die DFL.

          Proficlubs erhalten 20 Prozent weniger

          „Strategische Gründe haben den Ausschlag gegeben. Wir brauchten auch rechtliche Stabilität“, begründete DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub die Entscheidung, trotz der Insolvenz des bisherigen Partners Kirch-Media die Pferde nicht zu wechseln.

          Die Proficlubs müssen in Zukunft den Gürtel enger schnallen. Ihre TV-Gelder reduzieren sich um 20 Prozent. Ursprünglich waren 360 und 460 Millionen Euro für die nächsten beiden Spielzeiten vereinbart worden.

          „ran“ wieder ab 18.00 Uhr

          Ein Ausstieg aus dem Vertrag mit der insolventen Kirch-Media hätte für die DFL unüberschaubare Folgen gehabt. „Zudem war die Sendegarantie des AIM-Angebots nicht so hoch“, sagte Straub. Der DFL-Vorstand mit Werner Hackmann an der Spitze folgte einstimmig der Empfehlung der Geschäftsführung, die monatelang verhandelt hatte.

          Die Bundesliga-Sendung „ran“ wird in Zukunft samstags um 18 Uhr beginnen und dauert bis 20 Uhr, erste Fußball-Bilder gibt es ab 18.15 Uhr. Sonntags wird von 19 bis 20.15 Uhr gesendet. Zudem zeigt SAT.1 zum Saisonstart am 9. August die Partie Borussia Dortmund - Hertha BSC und ein zweites Match zum Rückrunden-Start live.

          „Premiere bis Herbst gesichert“

          „Zehn Jahre „ran“ sind eine gute Tradition, die wir sehr gern fortführen“, begrüßte SAT.1-Geschäftsführer Martin Hoffmann die Entscheidung. Während sich am Bundesliga-Rhythmus mit sieben Samstags- und zwei Sonntag-Spielen nichts ändert, wird in der 2. Liga nur noch am Freitag (3), Sonntag (5) und montags (1) gespielt.

          „Ich bin begeistert, das war sehr weise. Eine Entscheidung gegen Kirch-Media wäre auch eine Entscheidung gegen Premiere gewesen. Jetzt können wir die Auflagen der Banken erfüllen. Die Finanzierung des Senders ist bis Herbst gesichert“, kommentierte Premiere-Chef Georg Kofler das DFL-Votum. Der Pay TV-Sender wird die 306 Bundesligaspiele der 40. Saison live übertragen. Dafür zahlt der Abo-Kanal 140 Millionen Euro an die neue Kirch-Media.

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