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Fusionen : Übernahmekandidaten werden heiß gehandelt

  • -Aktualisiert am

Bild: FEM

Übernahmekandidaten sind an der Börse gefragt. Jeder weiß, dass es dort wahrscheinlich zu Kursgewinnen kommen wird. So lautet das Motto „Dabei sein ist alles“.

          An der Börse werden Kandidaten mit Fusions- oder Übernahmefantasie heiß gehandelt. Jeder Marktteilnehmer weiß natürlich, dass die entsprechende Transaktion zu einem höheren Preis als dem aktuellen Börsenkurs durchgeführt werden wird. Das „Dabeisein“ verspricht gute Kursgewinne.

          Dabei gibt es „alte“ Kandidaten, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden. Allen voran natürlich BMW, die Commerzbank, aber auch MAN und Schering. Alles Namen, die im Vergleich der Branchenriesen relativ klein sind. Mit der intuitiven Unterstellung, „Größe allein ist schon `mal gut für das Geschäft und den Gewinn“ kommt regelmäßig das Gerücht auf, es stehe eine Übernahme unmittelbar bevor, wenn die Kurse einmal anfangen, nach oben zu laufen.

          In einzelnen Fällen - wie etwa der Commerzbank - weiß man, dass das Unternehmen erstens in einem Sektor tätig ist, in dem sich aus Konkurrenzgründen mit großer Wahrscheinlichkeit etwas tun wird. Zum Zweiten ist schon bekannt, dass eine große Investorengruppe bereits eingestiegen ist und alles tun wird, um den Wert der Firma - und damit den Kurs - zu steigern. Dabei ist allerdings nicht gesagt, dass diese Strategie auch Erfolg haben muss. Denn manche Unternehmen leben schon länger recht erfolgreich in ihrer spezifischen Nische.

          In anderen Fällen könnte die Änderung der Steuergesetze dazu führen, dass bisherige Großaktionäre einen Käufer für ihre Pakete suchen und damit die Gelegenheit zum Einstieg bieten. So könnte beispielsweise die Autoindustrie am den Continental-Anteilen der Deutschen und Dresdner Bank und der Allianz interessiert sein. Die Anteile von MAN könnten für VW oder die italienische IVECO interessant sein. RWE könnte versucht sein, den Mehrheitsanteil an Heidelberger Druck zu versilbern, um mit der erzielten Liquidität das eigene Geschäft im liberalisierten Umfeld zu forcieren.

          Auch Bayer kommt in Zeiten der „Pharma-Mega-Deals“ immer wieder ins Gerede. Gerade in letzter Zeit wurde das Chemie- und Pharmaunternehmen mit der Schweizerischen Roche in Verbindung gebracht. Dort wiederum gibt es vage Gerüchte, es könnte zu einer Fusion mit der benachbarten Novartis kommen. Denn erstens bedürfte die Produktpipeline von Roche in Teilbereichen dringend einer Auffrischung. Zweitens sprächen die „weichen Faktoren“ für die Transaktion. So scheiterten viele Fusionen und Übernahmen nicht am eigentlichen Geschäft, sondern an der unterschiedlichen Betriebskultur. So - argumentieren Analysten unter der Hand - sei die Möglichkeit nicht ganz von der Hand zu weisen. Immerhin habe Roche eine tiefe Tasche, könne aber seine anspruchsvollen Ziele nicht allein mit organischem Wachstum erreichen. Andererseits verfüge Novartis nach der Verschmelzung aus Ciba und Sandoz über das nötige Know How, um die erforderliche Konsolidierung mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl umsetzen zu können.

          Ist im Fall PowerGen mittlerweile ein regelrechter Bieterkampf entbrannt, geraten neuerdings auch „New Economy-Werte“ ins Gespräch. Nach den heftigen Kursverlusten sind sie billig geworden. Oft ist dadurch ihre Manövrierfähigkeit eingeschränkt. So dürfte vielen von ihnen nichts anderes übrig bleiben, als auf einen Partner zu hoffen.

          Insgesamt bleibt es einem Anleger selbst überlassen, sich entsprechend seiner Risikoneigung zu positionieren. Sicher dürfte es spekulativer sein, auf die Übernahme eines Neuer Markt-Wertes zu spekulieren. Ganz zu schweigen von den reinen Zockereien à la Letsbuyit. Sicher dürfte sich aber langfristig eine Anlage in Bayer, Roche oder Novartis auch ohne den „Übernahmekick“ lohnen.

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