https://www.faz.net/-gqe-704ts

Fujifilm-Präsident Shigetaka Komori : „Wir haben dieses Geschäft neu definiert“

  • Aktualisiert am

Was machen Sie im Pharmageschäft?

Wir haben derzeit zwei vielversprechende Medikamente in der Entwicklung. Eins gegen Influenza und eins gegen Alzheimer.

Gegen Alzheimer? Niemand hat ein Medikament gegen Alzheimer.

Alzheimer ist eine schlimme Krankheit. Auf der Welt leiden rund 65 Millionen Menschen darunter. Und Sie haben Recht, keiner hat heute ein nachhaltiges Mittel dagegen. Aber wir versuchen es, wir kämpfen dagegen und wir haben jetzt ein Medikament, das in Amerika in der zweiten klinischen Testphase ist. Das Mittel ist in der Lage, im Gehirn Synapsen wieder miteinander zu verbinden. Das könnte zu einem Entwicklungssprung in der Behandlung von Alzheimer führen.

Wann werden Sie das Medikament auf den Markt bringen?

Wie gesagt, wir müssen noch in die dritte klinische Testphase und dann sind auch noch weitere Tests notwendig. Wenn alles gut läuft, sind wir damit in einigen Jahren auf dem Markt.

Dann wird Fujifilm ein Pharmaunternehmen sein?

Nicht notwendigerweise.

Aber wenn Sie dann doch Medikamente anbieten?

Wir bieten heute schon Medikamente an. Wir arbeiten unter anderem als Auftragsfertiger für verschiedene Pharmaunternehmen. Darüber hinaus führen wir derzeit gerade unsere Hautpflegeserie unter der Marke Astalift in Europa ein.

Wo ist denn nun Ihr geschäftlicher Schwerpunkt?

Unsere Kernkompetenz liegt in der Forschung, Entwicklung und Technologie. Wir kommen vom Filmgeschäft, und wir sind ein Filmunternehmen.

Komori leitete die Neuausrichtung von Fujifilm ein, als er 2006 zwei neue Produktlinien rund um Kosmetik und Ernährung des Unternehmens vorstellte.

Was hat das Filmgeschäft mit Kosmetik zu tun?

Sehr viel. Das verbindende Element ist die Feinchemie. Wir verfügen dank des Filmgeschäfts in unserer Datenbank über rund 200000 chemische Komponenten. So haben wir uns 75 Jahre lang mit Kollagen beschäftigt. Dieses Protein spielt nicht nur als Gelatine bei Fotofilmen, sondern auch als Bindegewebe in der menschlichen Haut eine wichtige Rolle. Auch haben wir Erfahrungen mit Antioxidantien, die nicht nur das Verblassen von Fotos verhindern, sondern mit denen auch Alterungsprozessen der Haut entgegensteuert werden können.

Und daraus haben Sie dann Hautcremes gemacht?

Ganz so einfach ist das nicht.

Wie schwer ist es denn?

Sie müssen beispielsweise mit den Antioxidantien richtig umgehen.

Das können Sie und andere nicht?

Wir haben rund 4000 dieser chemischen Verbindungen. Wir haben uns für unsere Hautpflegeserie für Astaxanthin entschieden, es ist das stärkste natürliche Antioxidans, ein natürlicher Farbstoff, der zum Beispiel die Rotfärbung von Krebstieren bewirkt.

Vermutlich setzen andere es auch ein...

Ein Kilogramm kostet rund 7000 Dollar. Und wenn man es hat, muss man es noch verarbeiten, und das ist bei Astaxanthin sehr schwierig. Hier kommt unsere Erfahrung mit Nanopartikeln ins Spiel. Was wir bei der Herstellung von Filmen gelernt haben, können wir nun auch bei Antioxidantien anwenden, nämlich diese Substanzen in winzigste Bestandteile zerkleinern und die dann mit einer Schicht umgeben. So kann diese Substanz überhaupt erst ihre Wirkung entfalten.

Weitere Themen

Alphabet erstmals über eine Billion Dollar wert Video-Seite öffnen

Bedeutsamer Anstieg : Alphabet erstmals über eine Billion Dollar wert

Die Schwelle von einer Billion Marktkapitalisierung geknackt hatten zuvor bereits der Softwarekonzern Microsoft, der Versandhändler Amazon und der iPhone-Hersteller Apple. Die Aktie des Konzerns war in den vergangenen drei Monaten um rund 16 Prozent gestiegen.

Topmeldungen

Das gibt nur Ärger: Doppelspitze auf dem Hühnerhof

Fraktur : Zwei sind einer zu viel

Fundamental alternative Fakten: Anmerkungen zu den Kompetenzdefiziten der Woche.
Neu errichtete Mehrfamilienhäuser im Europaviertel in Frankfurt: In den meisten Teilen Deutschlands ist das Wohnen zur Miete erschwinglicher geworden.

Wohnungsmarkt : Mieten wird erschwinglicher

Die steigenden Mieten belasten viele Deutsche. Dabei sind sie in den meisten Teilen der Bundesrepublik erschwinglicher geworden. Wer profitiert – und wer das Nachsehen hat.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.