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Fuest versus Fratzscher Wie Politiker Ökonomen einschätzen

In der Wirtschaftswissenschaft gibt es zwei Lager – so jedenfalls sehen das Politiker und Beamte, die sich von den Ökonomen beraten lassen. Auch wenn das vielen Wissenschaftlern nicht gefällt: Sie sollten sich dessen bewusst sein. Ein Gastbeitrag.

Von Tobias Thomas, Wolfgang Schwarzbauer und Gert G. Wagner

Führen jeweils ein Lager an: Fuest und Fratzscher.
© dpa
Führen jeweils ein Lager an: Fuest und Fratzscher.

Wissenschaftliche Politikberatung sollte nicht mit Meinungen und Werturteilen operieren, sondern unvoreingenommen evidenzbasierte Erkenntnisse der Politik und der Öffentlichkeit vermitteln. Das ist aber nicht leicht, da zum einen Politiker und Medien Interesse daran haben können, dass bestimmte Erkenntnisse von den Wissenschaftlern selbst positiv oder negativ bewertet werden. Und auch Wissenschaftler versuchen immer wieder, ihre eigene Meinung zu transportieren. Selbst wenn sie mit reinen Meinungsäußerungen zurückhaltend sind, beruhen ihre Aussagen schlussendlich auf Werturteilen. Sie müssen in ihren Modellen theoretische Annahmen treffen, und auch die Auswahl von Forschungsfragen beruht notwendigerweise auf vor-wissenschaftlichen Werturteilen. Deswegen ist es nicht erstaunlich, dass Wissenschaftler von der Politik unterschiedlich gerne gesehen und gehört werden.

Linke Politiker, so wird behauptet, berufen sich gerne auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, die Verteilungsfragen bearbeiten, und liberal-konservative Politiker beriefen sich gerne auf marktliberal oder ordnungspolitisch orientierte Ökonomen und Juristen. Empirisch gezeigt wurde das allerdings bislang nicht systematisch – nicht zuletzt, weil die Wissenschaftscommunity kaum Interesse daran hat, sich den Spiegel vorzuhalten und zu erkennen, welchen weltanschaulichen Lagern einzelne Wissenschaftler zugeordnet werden.

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