https://www.faz.net/-gqe-9uste
 

Projekt geplatzt : Der Rohstoff-Krimi

  • -Aktualisiert am

Evo Morales hatte das Projekt mit Deutschland immer befürwortet. Bild: Reuters

In Bolivien hätten deutsche Mittelständler den Chinesen endlich einmal ein Projekt wegschnappen können. Doch der inzwischen gestürzte Präsident macht mit einer seiner letzten Amtshandlungen einen überraschenden Rückzieher.

          1 Min.

          Es war eine wunderbare Geschichte. Nun ist es ein spannender Krimi. Deutsche Mittelständler aus Schwaben und Thüringen wollten in Bolivien die industrielle Entwicklung voranbringen und gleichzeitig Deutschlands Rohstoffversorgung sichern. Die Firmen ACI Systems und K-Utec wollten mit dem bolivianischen Staat als Partner den für Elektroautos strategisch bedeutenden Rohstoff Lithium fördern und langfristig in dem armen Andenland sogar Batterien herstellen.

          Doch der inzwischen gestürzte Präsident Evo Morales, der das Projekt immer befürwortet hatte, machte mit einer seiner letzten Amtshandlungen einen überraschenden Rückzieher. Die Kündigung des deutsch-bolivianischen Gemeinschaftsprojekts ist ein empfindlicher Rückschritt für beide Länder. Deutschland hätte sich erstmals den direkten Zugriff auf den wichtigen Batterierohstoff gesichert – und endlich einmal den Chinesen ein Projekt weggeschnappt.

          Bolivien war nie so nah daran, seinen Traum von der Industrialisierung seiner Rohstoffe zu verwirklichen. Platzt der nun in den Wirren der Politik? Was wirklich hinter der Kündigung steckt, ist noch recht unklar. Morales beschuldigt die Amerikaner, die Deutschen verdächtigen alle möglichen Konkurrenten. Das Ende ist noch offen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

           Der Sarg des getöteten Wissenschaftlers am Sonntag in der iranischen Stadt Mashhad

          Mord an Atomwissenschaftler : Ein Stich ins iranische Herz

          Der „Vater“ des iranischen Atomprogramms wird Opfer eines Anschlags. Kaum jemand zweifelt daran, dass Israel dahinter steckt. Das Attentat ist auch ein Fingerzeig für Joe Biden und seinen Umgang mit Iran.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.