https://www.faz.net/-gqe-a7rbq

Satellitenprojekt Galileo : Schock für Bremens OHB

Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender des Technologiekonzerns OHB, am Tag der Industrie 2020 des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Bild: Ullstein

Das Raumfahrtunternehmen OHB ist im Ringen um Aufträge für das Satellitensystem Galileo ausgeschieden. Vorstandschef Fuchs muss Kosten senken. Er sieht aber auch Chancen.

          4 Min.

          Marco Fuchs ist die Enttäuschung deutlich anzumerken. In dieser Woche hatte der Vorstandsvorsitzende des Bremer Satellitenherstellers OHB überraschend schlechte Nachrichten aus Brüssel erhalten: Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa und die EU-Kommission teilten ihm und seiner Mannschaft kurz und knapp mit, dass OHB in der Ausschreibung um neue Satelliten für das Navigationssystem Galileo nicht zum Zuge kommt. Fuchs, dessen börsennotiertes Familienunternehmen das System bisher fast im Alleingang aufgebaut hatte, war vor den Kopf gestoßen. „Wir waren über Jahre mit viel Herzblut bei der Sache, Galileo ist ein Teil unserer Identität geworden“, sagt der 58 Jahre alte Manager. „Dass wir jetzt aus dem Projekt ausscheiden, ist ein großer Misserfolg.“

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          22 Galileo-Satelliten aus dem Hause OHB kreisen schon um die Erde. Ein weiteres Dutzend wird zur Zeit noch gebaut. In der Ausschreibung für zwölf zusätzliche Modelle der zweiten Generation haben aber jetzt der deutsch-französische Airbus-Konzern und die französisch-italienische Thales Alenia Space den Zuschlag bekommen. Die Wahrnehmung, dass seine Ingenieure auf ganzer Linie versagt haben, weist Fuchs entschieden zurück. „Die Esa hat unser Angebot zwischen gut und sehr gut eingestuft“, sagte er der F.A.Z. „Das zeigt, dass wir keine Anfänger sind, sondern einen guten Job gemacht haben.“ Gleichzeitig gibt er zu, dass OHB in der Analyse noch ganz am Anfang steht und dass eigene Fehler natürlich eine Rolle gespielt haben dürften. „Vielleicht sind wir ein bisschen zu selbstsicher und bequem geworden, das kann ich nicht ausschließen.“ Mehr Informationen erhofft er sich von einer Nachbesprechung, zu der die Behörden am 26. Januar eingeladen haben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Das Impfzentrum in Trier im Februar.

          Ungenutzter Corona-Impfstoff : Macht Gerechtigkeit beim Impfen Deutschland langsam?

          Die Kühlschränke der Impfzentren sind voll, doch die Impfquote bleibt mäßig. Wie stark bremst das Ziel der gerechten Impfstoffverteilung Deutschland gerade aus? Die Situation in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.