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Stahlindustrie : Früherer Krupp-Chef Vogelsang gestorben

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Günter Vogelsang Bild: dpa

Günter Vogelsang zog maßgeblich die Fäden bei der Fusion der beiden Unternehmen Thyssen und Krupp. Nun ist der frühere Krupp-Chef im Alter von 95 Jahren gestorben.

          Er war einer der wichtigsten Ratgeber der deutschen Wirtschaft: Günter Vogelsang, früherer Krupp-Vorstandschef und Vorsitzender des Thyssen-Aufsichtsrats. Vielen galt er als die „graue Eminenz vom Rhein“ - vor allem, weil er maßgeblich die Fäden bei der Fusion der beiden Unternehmen zum heute größten deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp zog.

          Bei Krupp begann 1954 Vogelsangs beruflicher Aufstieg. 1968 rückte er an die Spitze, schied jedoch vier Jahre später wieder aus. Als freier Wirtschaftsberater saß er seit den 1970er Jahren in vielen Aufsichtsräten deutscher Spitzenunternehmen.

          Die Mandate seien ihm angeboten worden wie anderen Leuten Zigaretten, schrieben Medien damals. Vogelsang, der unter anderem auch mehrere Jahre Chefkontrolleur der früheren Veba AG (heute: Eon) war, wollte aber nicht Berufsaufsichtsrat genannt werden. Von Beruf könne man Klempner werden, aber nicht Aufsichtsrat, wurde der gebürtige Krefelder zitiert.
          Als er im Alter von 72 Jahren noch Doktor sowie anschließend Professor der Staats- und Wirtschaftswissenschaften wurde, ging es ihm weniger um die akademischen Titel als um die Wissenschaft selbst. Er gab seinen reichen Wissens- und Erfahrungsschatz in Gastvorlesungen an die nachfolgenden Generationen weiter.

          In der Nacht zum Montag ist Günter Vogelsang in Düsseldorf im Alter von 95 Jahren gestorben, wie ThyssenKrupp am Dienstag mitteilte.

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