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Kohleausstieg : Söder For Future?

  • -Aktualisiert am

Unions-Politiker sind offenbar in einen Wettstreit um den frühesten Zeitpunkt für den Kohleausstieg verfallen. Der Sache zuträglich ist das nicht – im Gegenteil.

          Die Union versteigert seit Neuestem Termine für den Kohleausstieg. Es ist zwar erst wenige Wochen her, dass die Kohlekommission einen Endtermin für die Kohleverstromung bis 2038 empfohlen hat. Doch das hält führende Politiker aus CDU und CSU nicht davon ab, in ein munteres Wettbieten um den frühesten Zeitpunkt zu verfallen.

          Jetzt legt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit 2030 nach. Da ist er schon ganz auf der Wellenlänge der Grünen. Wann kommt der erste CDU-Politiker, der die Messlatte unterbietet? Sagen wir mal: 2027. Dann hätte das Land immer noch acht Jahre Zeit, davon fünf nach dem Atomausstieg. Wäre doch gelacht, wenn das reiche Deutschland das nicht hinbekäme. Oder nicht?

          Es ist erschreckend, wie gestandene Politiker Kapital am Spieltisch der Klimapolitik verzocken: das der Volkswirtschaft, die eine sichere und bezahlbare Stromversorgung braucht und ihr eigenes Vertrauenskapital. Warum soll man jenen glauben, die unter dem Druck von Fridays For Future den mühsam gesetzten Rahmen für den Kohleausstieg eigennützig und willfährig infrage stellen? Söder For Future?

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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