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Nach Niederlage : Merz will Wirtschaftsminister werden

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CDU-Politik Friedrich Merz am Samstag auf dem digitalen Parteitag in Berlin und auf dem iPad des Delegierten Ingmar Jung in Wiesbaden. Bild: Lucas Bäuml

Die Wahl um den CDU-Parteivorsitz hat Friedrich Merz verloren. Dem Sieger Armin Laschet hat er nun angeboten, als Wirtschaftsminister in die Bundesregierung einzutreten – und zwar in die jetzige. Die Kanzlerin will ihr Kabinett allerdings nicht umbilden.

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          Der in der Wahl zum CDU-Chef unterlegene Friedrich Merz ist bereit, den Posten des Bundeswirtschaftsministers zu übernehmen. „Dem neuen Parteivorsitzenden habe ich angeboten, in die jetzige Bundesregierung einzutreten und das Bundeswirtschaftsministerium zu übernehmen“, sagte Merz am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch auf Twitter kommunizierte er ein entsprechendes Angebot an den am Samstag gewählten neuen CDU-Chef und nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet. 

          Mit seinem Angebot stößt Merz im Bundeskanzleramt allerdings auf taube Ohren. „Die Bundeskanzlerin plant keine Regierungsumbildung“, sagte ein Regierungssprecher am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laschet will seinen unterlegenen Mitbewerber aber in die Partei einbinden. Er habe mit ihm verabredet, „dass wir beide, die wir uns beide wertschätzen schon seit langen, langen Jahren, noch einmal gemeinsam überlegen, wie auch sein Beitrag für unsere Partei aussehen kann“, sagte der neue CDU-Chef in seinem Schlusswort zum digitalen CDU-Parteitag am Samstag. „Es ist für uns eine wichtige Persönlichkeit. Und unabhängig von den Personen müssen wir die Themen, die er uns ins Stammbuch schreibt, jetzt noch intensiver bearbeiten.“ In der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ sagte Laschet, er hätte sich gewünscht, dass Merz ins CDU-Präsidium gehe, dieser habe sich aber anders entschieden. Der zweite unterlegene Kandidat Norbert Röttgen hatte sich beim Parteitag ins Präsidium der CDU wählen lassen.

          Merz kandidierte dafür nicht. „Die CDU kann nicht nur von Männern aus Nordrhein-Westfalen geführt werden“, begründete Merz die Entscheidung. „In das Präsidium wären bei meiner Bewerbung noch weniger Frauen gewählt worden. Ich habe mich deshalb entschlossen, zugunsten der Frauen auf eine Kandidatur zu verzichten.“ Dagegen entscheidet sich Norbert Röttgen, der in der ersten Runde ausgeschieden war, für eine Kandidatur. „Ich möchte meinen Beitrag in der Mannschaft leisten“, sagt Röttgen in seiner Bewerbungsrede.

          „Die Sachfragen stehen jetzt im Vordergrund“

          Merz forderte seine Anhänger auf, den neuen Parteivorsitzenden Armin Laschet zu unterstützen. „Armin Laschet hat jetzt die ganze Unterstützung der Partei verdient. Und deshalb sollten ihn auch alle Delegierten in der schriftlichen Schlussabstimmung wählen“, sagte Merz. Wichtig sei nun vor allem die inhaltliche Vorbereitung der Wahlen des Jahres 2021. „Die Sachfragen stehen jetzt im Vordergrund“, betonte der Wirtschaftspolitiker und stellvertretende Vorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates.

          Auf die Frage, wer nun Kanzlerkandidat der Union werden solle, antwortete Merz ausweichend und verwies auf die Abstimmung zwischen CDU und CSU. „Das müssen die beiden Parteivorsitzenden besprechen und einen Vorschlag machen“, sagte er.

          CSU-Chef Markus Söder ist sich unterdessen sicher, mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet gut zusammenzuarbeiten. Es gehe jetzt darum, zunächst die beiden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu bestehen, sagte Söder. Vor allem aber müsse die Corona-Pandemie überwunden werden. Zum Thema Kanzlerkandidat der Union fügte Bayerns Ministerpräsident hinzu: „Und Armin Laschet und ich werden, da bin ich ganz sicher, für alle weiteren Fragen, die mal anstehen, eine gemeinsame, kluge und geschlossene Lösung finden.“

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