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Friedenspolitik : Papst schickt Delegation nach Syrien

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Papst Benedikt XVI. Bild: Andrew Medichini/AP/dapd

Papst Benedikt XVI. will in den kommenden Tagen eine Delegation nach Syrien schicken: Die Katholische Kirche könne angesichts der syrischen „Tragödie“ kein „stiller Beobachter“ bleiben, erläuterte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone angesichts des blutigen Konflikts in Syrien.

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          Papst Benedikt XVI. will eine Delegation des Vatikan nach Syrien schicken. Der Papst wolle auf diese Weise „seine brüderliche Solidarität mit der ganzen Bevölkerung“ Syriens zum Ausdruck bringen, erklärte Kardinal Tarcisio Bertone am Dienstag im Rundfunksender Radio Vatikan. Damaskus zeigte sich offen für eine Waffenruhe während des islamischen Opferfestes, wie sie der internationale Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi vorgeschlagen hatte.

          Bertone sagte, die Katholische Kirche könne angesichts der syrischen „Tragödie“ kein „stiller Beobachter“ bleiben. Die Lösung der Krise, die bereist seit März 2011 andauert, könne nur eine politische sein. Nach den Zusammenstellungen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden seither insgesamt 33.000 Menschen getötet. Die Delegation werde alle Syrer ermutigen, die eine Beilegung des Konflikts unter Einhaltung der Menschenrechte anstrebten.

          Die Initiative des Papstes werde von allen Bischöfen unterstützt, sagte Bertone. Die Delegation könne „wahrscheinlich“ schon in der kommenden Woche nach Syrien reisen. Ihr sollen unter anderem der für seine Friedenspolitik im Kongo renommierte Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Pasinya, der Beauftragte des Vatikan für den interkonfessionellen Dialog, Jean-Louis Tauran, New Yorks Erzbischof Timothy Dolan und der „Außenminister“ des Vatikan, Dominique Mamberti, angehören.

          Damaskus will Waffenstillstandsvorschlag prüfen

          In Damaskus äußerte sich ein Sprecher des Außenministeriums zum Vorschlag des internationalen Sondergesandten für Syrien, Lakhdar Brahimi, zum islamischen Opferfest eine Waffenruhe in Syrien auszurufen. Die syrische Führung sei „bereit“, diese Möglichkeit zu betrachten, sagte Dschihad Makdisssi der Nachrichtenagentur AFP. Voraussetzung sei, dass die Länder, die die Aufständischen unterstützten, die Waffenruhe ebenfalls respektierten.

          Brahimi war in den vergangenen Tagen in Saudi-Arabien und der Türkei, deren Regierungen den Aufstand in Syrien unterstützen. Bei einem Besuch im Iran, dessen Führung mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbündet ist, hatte Brahimi Teheran gebeten, ihn bei der Durchsetzung einer Waffenruhe während des Opferfestes zu unterstützen. Eid al-Adha wird zum Höhepunkt der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka gefeiert. In diesem Jahr beginnt das dreitägige Opferfest am 26. Oktober.

          Die Vereinigten Staaten forderten Syriens Nachbarländer zur sorgfältigen Beobachtung ihres Luftraums auf. Washington unterstütze die Entscheidung der Türkei, gegen die vermutete Verletzung ihres Luftraums durch eine aus Moskau stammende syrische Passagiermaschine vorzugehen, sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland. Die syrische Maschine war am Mittwoch vergangener Woche zur Landung in Ankara gezwungen worden. Nach türkischen Regierungsangaben wurden an Bord Rüstungsgüter für Damaskus gefunden.

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