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Fridays for Future : Manchmal muss man sich unbeliebt machen

Was ist mit der Schulpflicht? Antworten auf diese Fragen sollten nicht nur Ordnungsämter geben, sondern Politiker – findet unser Autor Niklas Zaboji. Bild: dpa

Den Klimaschutz als eine „Sache für Profis“ zu erklären, macht genauso unbeliebt, wie auf die Schulpflicht zu pochen. Aber manchmal ist vielleicht genau das nötig.

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          Es ist keine Kunst, sich als Politiker bei jungen Leuten unbeliebt zu machen. Den besten Beweis dafür lieferte FDP-Chef Christian Lindner, als er Klimaschutz zur "Sache für Profis" erklärte und damit volle Breitseite abfeuerte gegen die (naiven) Forderungen von "Fridays for Future". Dabei haben beide Seiten nicht ganz unrecht: Was bislang im Gewand der Klimapolitik betrieben wurde, war leider viel zu oft teuer, planlos und praktisch ohne Wirkung.

          Berechtigt ist daher jeder Unmut, und ist er auch ungestüm. Berechtigt ist aber auch Kritik an einer Bewegung, der es zur Abwendung der "Klimakatastrophe" nicht schnell genug gehen kann mit Kohleausstieg und 100 Prozent Ökostrom – als wären die Ziele Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit für Bürger und Industrie von vorgestern.

          Das gilt auch für die Schulpflicht. Sind Klimademos Grund genug, den Unterricht ausfallen zu lassen, obwohl man dort einiges lernt, was dem Schutz des Klimas dient? Was ist mit der Schulpflicht? Antworten auf diese Fragen sollten nicht nur Ordnungsämter geben, sondern Politiker. Und manchmal muss man sich auch unbeliebt machen – jugendliche Proteste einfach nur toll zu finden ist jedenfalls auch keine Kunst.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

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