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Cum-Ex : Freshfields droht Geldbuße von bis zu 15,3 Millionen Euro

Im „Parktower“ in der Frankfurter Innenstadt sitzen die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer. Bild: dpa

Im Strafprozess um Aktiengeschäfte der Maple Bank könnte es vor dem Landgericht Frankfurt zu einem Novum kommen. Muss die Top-Kanzlei als Nebenbeteiligte neben den Angeklagten Platz nehmen?

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          Der internationalen Großkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer droht im Zusammenhang mit „Cum-Ex“-Geschäften weiter Ungemach: In Frankfurt haben Staatsanwälte kurz vor Weihnachten Anklage gegen Ulf Johannemann, den ehemaligen globalen Steuerchef der Kanzlei, sowie mehrere Mitarbeiter der früheren Maple Bank erhoben.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ihnen wird vorgeworfen, mit Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag den Fiskus um 383 Millionen erleichtert zu haben, Anwalt Johannemann soll dies mit seinen Rechtsgutachten gestützt haben.

          Geht es nach der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, dann werden sich neben den Angeklagten auch Vertreter von Freshfields als Nebenbeteiligte vor der Wirtschaftsstrafkammer einfinden müssen. Denn im Fall einer Verurteilung von Johannemann könnte der Staat die Gewinne abschöpfen, die Freshfields durch mehrere Gutachten für das mittlerweile insolvente Bankinstitut erzielt hatte.

          Branche schaut auf den Fall

          Laut Anklage sollen Freshfields-Anwälte im Fall der Maple Bank knapp 1,53 Millionen Euro an Honoraren erhalten haben. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass man das Hinzuziehen einer Kanzlei als Nebenbeteiligte beantragt habe. Ein Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit könnte „bis zu 15,3 Millionen Euro betragen“, heißt es. Für die konkrete Zusammensetzung in Ahndungs- und Abschöpfungsanteil verwies der Sprecher auf die gesetzlichen Vorschriften im Ordnungswidrigkeitenrecht. Im Übrigen bestätigte er weder den Namen der Kanzlei noch der Angeschuldigten.

          Der Kanzleisprecher von Freshfields wollte sich am Freitag nicht zu der Entwicklung äußern. Seit einer Novelle des Strafrechts ist die Beteiligung von Unternehmen an Strafprozessen sowie die Einziehung von Vermögenswerten möglich. Im „Cum-Ex“-Strafprozess in Bonn betrifft dies aktuell fünf Finanzdienstleister. Soweit bekannt, wäre Freshfields hierzulande die erste Wirtschaftskanzlei, die dieses Schicksal teilen würde.

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