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Energiekrise : Auf zur Askese

Robert Habeck mit einer Prognose der Gas-Speicherfüllstände. Aufgenommen am 23. Juni. Bild: Omer Messinger

Robert Habeck erwartet von den Deutschen, dass sie freiwillig Energie sparen. Wenn er sich da mal nicht verschätzt.

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          Freiwillig soll es sein, das Energiesparen, so wünscht es sich Wirtschaftsminister Robert Habeck. Die Deutschen sollen bloß nicht den ganzen Anstieg der Energiepreise zu spüren bekommen. Zwar ist Gas knapp und teuer, doch die Gaskonzerne dürfen ihre gestiegenen Einkaufspreise immer noch nicht direkt an die Endkunden weitergeben – lieber denkt sich Habeck eine Gaspreis-Umlage aus und rettet den Milliardenkonzern Uniper mit Steuergeld.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Braucht es nicht die hohen Energiepreise, damit die Deutschen im großen Maßstab anfangen, Energie zu sparen? Vielleicht auch noch eine Prämie für die, die dabei besonders eifrig sind? Habeck lehnt das ab. Die hohen Preise seien genug Anreiz, sagt er immer wieder und gibt dann Spartipps: dass er jetzt noch kürzer duscht als vorher, dass er als viel beschäftigter Minister seine Berliner Wohnung praktisch gar nicht heizt und dass jeder mit einem geeigneten Duschkopf Wasser sparen kann. „Ich will nicht in einem Land leben, in dem man sich nur bewegt, wenn es Geld dafür gibt“, sagt er und erklärt das Energiesparen praktisch zur Bürgerpflicht – alles gipfelt in einem Satz im ZDF-Interview: „Und wenn jemand sagt: Ich helfe nur, wenn ich 50 Euro kriege, dann würde ich sagen: Die kriegst du nicht, Alter.“

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