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Freihandelsabkommen mit der EU : Briten wollen von EU-Regulierung abweichen

Eine Flagge Großbritanniens weht vor dem Gebäude der Europäischen Kommission, 29. Januar 2016. Bild: dpa

Die britische Regierung setzt auf eine harte Verhandlungslinie und einen schnellen Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU.

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          Die britische Regierung hat eine harte Linie angekündigt für die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit der EU nach dem Brexit am 31. Januar. Man werde nicht die EU-Regulierung übernehmen, sagte Finanzminister Sajid Javid. Er stellte sich damit gegen Wünsche der Industrie, die sich bei einer engen Anbindung einen besseren EU-Marktzugang verspricht. „Es wird keine Angleichung geben, wir werden keine Regel-Übernehmer sein, wir werden nicht im Binnenmarkt sein und wir werden nicht in der Zollunion sein – und wir werden das bis Ende des Jahres tun“, sagte Javid der „Financial Times“ am Wochenende. Der Finanzminister unterstützt damit die Linie von Premierminister Boris Johnson, der die Übergangszeit nach dem Brexit nicht über 2020 verlängern will und keine Übernahme der EU-Regulierung angekündigt hat.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Mehr als die Hälfte der britischen Exporte gehen in EU-Länder. Die exportorientierte Industrie, etwa die Automobil-, Pharmazie- und Nahrungsmittelhersteller, würde bei einer engen Anbindung beim Warenverkehr an der Grenze zur EU weniger Kontrollen erleben. „Für manche Unternehmen ist eine Divergenz (von EU-Regeln) wertvoll, für viele andere sichert aber die Harmonisierung Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Carolyn Fairbairn, Direktorin des Wirtschaftsverbandes CBI. Die Labour-Opposition sprach von einem „Sargnagel“ für britische Arbeitsplätze. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Briten ein Freihandelsabkommen mit „null Zöllen, nur Quoten und null Dumping“ angeboten. Javid sagte, dass japanische Autohersteller auch ohne EU-Regeln Fahrzeuge in der EU verkaufen könnten. Anders als die britische Regierung zweifelt Brüssel daran, einen umfassenden Handelsvertrag in elf Monaten abzuschließen.

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