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Freihandel : Die WTO unter Beschuss

  • -Aktualisiert am

Container im Hamburger Hafen (Symbolbild) Bild: dpa

Schuld an der Schwäche der Welthandelsorganisation haben nicht zuletzt die Europäer. Dabei läge der Erhalt auch in ihrem Interesse. Ein Gastbeitrag.

          9 Min.

          Zur Hochzeit des Multilateralismus nach dem Ende des Kalten Kriegs verständigten sich 123 Länder, angeführt von den Vereinigten Staaten, darauf, Freihandel global zu etablieren. Dazu gründeten sie 1995 die Welthandelsorganisation (WTO). Dies geschah nach dem erfolgreichen Abschluss der sogenannten „Uruguay-Runde“, während deren weitreichende Zollsenkungen, aber auch Abkommen etwa zum Schutz geistigen Eigentums vereinbart wurden. Ursprünglich eine Erfindung des Westens, wurde die WTO-Mitgliedschaft schnell für weitere Länder attraktiv: Die Volksrepublik China trat 2001 bei, Russland folgte 2012. Heute gehören ihr 164 Länder an, die für 98 Prozent des globalen Handels stehen. Zu ihrem 25. Geburtstag zeigt sich die WTO allerdings in schlechter Verfassung.

          Seitdem ihr Berufungsgericht Ende 2019 die Arbeit eingestellt hat, kann sie ihren eigentlichen Zweck – die Einhaltung der weltweiten Handelsregeln sicherzustellen – nicht mehr erfüllen. Die Vereinigten Staaten halten derzeit wenig von regelbasiertem Freihandel, WTO-Generaldirektor Roberto Azevedo trat im Mai überraschend zurück, und Chinas Handelspraktiken scheinen teilweise unvereinbar mit denen westlicher Marktwirtschaften. Wie ist es zu dieser verfahrenen Situation gekommen? Was bedeutet die Wahl des neuen WTO-Generaldirektors? Welche Möglichkeiten gibt es, die Organisation zu reformieren?

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