https://www.faz.net/-gqe-9kle7

43 Prozent in Aufsichsräten : Frankreichs Frauenquote wirkt

Zwei einflussreiche Frauen der französischen Wirtschaft: Die Vizepräsidentin des Energiekonzerns GDF Suez, Isabelle Kocher (l.), und die Geschäftsführerin des staatlichen Energieunternehmens CNR Eilisabeth Ayrault. Bild: Reuters

Die Aufsichtsräte in Frankreich werden weiblicher. Die Quote nähert sich 50 Prozent. In 23 der größten börsennotierten Unternehmen sind Frauen im Aufsichtsrat in der Mehrheit. Anders sieht es in den Vorständen aus.

          1 Min.

          Die französische Frauenquote zeigt Wirkung. Mehr als 43 Prozent der Mitglieder in den Verwaltungs- und Aufsichtsräten der großen Unternehmen Frankreichs sind heute weiblich. Dies ergab eine aktuelle Auswertung der französischen Beobachtungsstelle Ethics & Boards. Frankreich ist damit Spitzenreiter im Vergleich 15 europäischer Länder sowie der Vereinigten Staaten. Die Dax-30-Unternehmen in Deutschland kommen nur auf 33 Prozent.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Im Jahr 2011 hatte die französische Regierung unter dem damaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy ein Gesetz erlassen, das bis 2014 eine Frauenquote von 20 Prozent und bis 2017 von 40 Prozent vorsah. Insgesamt fallen mehr als 10.000 Unternehmen unter das Gesetz, einen detaillierten Überblick hat niemand.

          Doch Ethics & Boards hat festgestellt, dass sich die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien im Laufe der Jahre spürbar gewandelt hat. Von den 120 größten börsennotierten Unternehmen, die im Index SBF 120 zusammengefasst sind, sind im Durchschnitt 43,6 Prozent der Aufseher Frauen, 23 Unternehmen haben mindestens 50 Prozent weibliche Mitglieder, und bei den vier Unternehmen Sodexo (Catering und andere Dienstleistungen), Kering (Mode), Ipsos (Meinungsumfragen) und CGG (Ölindustrie) beträgt der Frauenanteil sogar 60 Prozent.

          „Es gibt einen wahren Wandel der Mentalitäten. Überall werden Frauen für Verwaltungs- und Aufsichtsratsposten gesucht“, sagt Juliette Li von Ethics & Boards, einem privaten Beratungsunternehmen, das teilweise im Auftrag der Regierung arbeitet. Wie die Lage bei den vielen kleineren Unternehmen Frankreichs aussieht, ist zwar nicht bekannt, doch wer sich nicht an das Gesetz hält, läuft Gefahr, dass die Ernennungen der Verwaltungsratsmitglieder und auch ihre Vergütung als rechtswidrig erklärt wird.

          Alle Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern und einem Umsatz von wenigstens 50 Millionen Euro fallen unter das Gesetz. In den kommenden Jahren wird diese Schwelle noch sinken.

          Weniger Wandel gibt es dagegen in den Vorständen mit ihrer operativen Verantwortung. Der Frauenanteil beträgt in Frankreich 18 Prozent, in Deutschland nur 14 Prozent. „Auch da gibt es Fortschritte, doch sie sind langsamer als auf der Aufsichtsebene“, sagt Beraterin Li.

          Weitere Themen

          Flixbus übernimmt „Greyhound“ Video-Seite öffnen

          Bekannte US-Fernbuslinie : Flixbus übernimmt „Greyhound“

          Flixmobility hat das US-amerikanische Busunternehmen Greyhound übernommen. Die GmbH mit Sitz in München teilte am Donnerstag mit, dass sie die Firma mit den ikonischen blau-silbernen Bussen für 46 Millionen Dollar von der britischen FirstGroup gekauft habe.

          Gutes besser machen!

          Hanks Welt : Gutes besser machen!

          Das Bewusstsein für den Klimawandel ist bei den Menschen angekommen. Dennoch hakt es bei der Bekämpfung der Krise. Der enorme Widerspruch zwischen Moral und Ratio ist das Problem.

          Topmeldungen

          Paul Ziemiak, Tilman Kuban und Hendrik Wüst beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union am 16. Oktober in Münster

          Imagewandel der Jungen Union : Konservative in Sneakern

          Die Junge Union ist auf der Suche nach einer neuen Außendarstellung. Manche ihrer Mitglieder wollen die Rhetorik abrüsten und den Kleidungsstil ändern. Aber wofür stehen die Jungkonservativen?
          Joshua Kimmich wollte sich bislang noch nicht impfen lassen.

          Corona-Impfung im Profifußball : Kimmich und der Preis der Freiheit

          Joshua Kimmich wollte sich bisher nicht gegen Corona impfen lassen. Für Kritik daran gibt es gute Gründe. Und der Imageschaden für Kimmich wird deutlich größer sein als jeder mögliche Impfschaden, der ihm droht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.