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DIW-Managerinnen-Barometer : Frauenanteil in Vorständen steigt schneller als in Vorjahren

Die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns: SAP-Co-Chefin Jennifer Morgan Bild: dpa

Der Wandel in den Führungsetagen der deutschen Großunternehmen beschleunigt sich: Aber Geschlechterparität bleibt in weiter Ferne.

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          Frauen sind in den Vorstandsgremien zwar noch immer deutlich unterrepräsentiert, aber der öffentliche Druck zeigt langsam Wirkung. Der Anteil der Frauen in den Vorständen ist im vergangen Jahr etwas stärker gestiegen als in den Jahren zuvor. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen überstieg der Frauenanteil in den Vorstandsgremien erstmals die Zehn-Prozent-Marke: 94 von 907 Vorstandsposten haben Frauen inne, wie sich aus dem neusten Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ergibt, das entspricht einem Anteil von 10,4 Prozent.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Trotz der zuletzt positiven Entwicklung in den Vorständen kann noch keine Rede davon sein, dass in sämtlichen Chefetagen das Umdenken begonnen hätte“, sagt Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin. Die Entwicklung vollziehe sich noch immer „auf einem extrem niedrigen Niveau“, die Geschlechterparität in den Vorständen deutscher Großunternehmen liege „nach wie vor in weiter Ferne“.

          Deutlich höher als in den Vorständen ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten. Für die rund 100 größten Unternehmen gilt hier seit 2016 eine Mindestfrauenquote von 30 Prozent. Nachdem die Unternehmen die Quote erreicht haben, hat die Dynamik dort aber mittlerweile deutlich nachgelassen. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten steigt zwar noch immer, aber nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.

          Dennoch werten die Forscher die Frauenquote dort als Erfolg „Die Anzeichen verdichten sich, dass die gesetzliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte mehr und mehr auf die Vorstände ausstrahlt“, heißt es in der Untersuchung.

          Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatten im vergangenen Jahr angekündigt, auch für Vorstände eine gesetzliche Quote einzuführen, falls dort weiterhin wenig passiert. Dieser Plan stößt aber innerhalb der Koalition auf Widerstand. Im Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien allerdings lediglich vereinbart „ein besonderes Augenmerk auf Unternehmen ohne Frauen in Führungspositionen zu legen, die sich eine Zielgröße ,null' geben“. Unternehmen, die keine Zielgröße melden oder die Begründungspflicht nicht einhalten, sollen sanktioniert werden.

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