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Nach „Gelbwesten“-Protesten : Frankreichs Wirtschaft geht die Puste aus

Stillstand: Gelbwesten blockieren mit Vorliebe französische Autobahnen. Bild: AFP

Die „Gelbwesten“ bremsen den Konsum. Frankreichs Präsident Macron sorgt zwar für neue Impulse vom Staat – die Arbeitslosigkeit bleibt aber hoch.

          3 Min.

          Die französische Wirtschaft erleidet unter den Protesten der „Gelbwesten“ keinen Schiffbruch, sie verliert aber immer mehr an Fahrt. Nach den Schätzungen des staatlichen Statistikamtes Insee wird das Wachstum im vierten Quartal 2018 nur noch 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) betragen – die Hälfte der erwarteten Expansion. „Den zeitweise unterbrochenen Warenkonsum können die Verbraucher verschieben, doch das gilt weniger für Übernachtungen, Restaurantbesuche, Freizeitaktivitäten und den Transport“, notieren die Ökonomen von Insee.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Den direkten Wachstumsrückgang durch die Blockaden schätzt das Amt nur auf 0,1 Prozent des BIP, doch das ist eine reine Konjunkturbetrachtung. Zur Frage der Strukturreformen äußert sich Insee nicht. Für das Gesamtjahr 2018 senken die Ökonomen ihre Wachstumsprognose auf 1,5 Prozent – ein herber Rückgang von 0,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und 0,2 Prozentpunkte unter der Regierungsschätzung. Präsident Emmanuel Macron und seine Minister hatten gehofft, dass ihre zu Jahresbeginn beschlossenen Steuer- und Abgabensenkungen zum Jahresende für einen Konsumschub sorgen würden; im Herbst fielen die Arbeitnehmer-Abgaben für die staatliche Kranken- und Arbeitslosenversicherung weg. Zudem sank die Wohnsteuer für achtzig Prozent der Franzosen um ein Drittel. Doch statt des Schubes hat sich das Wachstum im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal halbiert.

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