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Frankreichs Rentenreform : Sarkozys letzte Chance

Die traditionellen Wähler der französischen Rechten sind von der Halbherzigkeit des französischen Präsidenten enttäuscht. Sarkozy steht jetzt unter besonderer Beobachtung - auch im Ausland. Zu einer glaubwürdigen Schuldenbekämpfung gehört auch eine wirksame Rentenreform.

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          Das niedrige Rentenalter gehört zu den Überbleibseln der sozialistischen Vergangenheit Frankreichs. Präsident François Mitterrand glaubte Anfang der achtziger Jahre, seinen Bürgern die Senkung von 65 auf 60 Jahre gönnen zu können. Heute ist für solchen Luxus kein Geld mehr da, zumal in einem Land mit außergewöhnlich hoher Lebenserwartung und geringer Beschäftigungsquote. Doch hat der selbsternannte Reformer Nicolas Sarkozy Mut und Kraft, die dringend gebotene Erhöhung des Rentenalters durchzusetzen?

          Schon die anderen Erbschaften sozialistischer Blütenträume wie die 35-Stunden-Woche und die Vermögensteuer beschnitt Sarkozy nur wenig. Gleichzeitig rühmt der Präsident seine guten Beziehungen zu den Gewerkschaften. Die Regionalwahlen vor wenigen Wochen präsentierten die Rechnung: Die traditionellen Wähler der französischen Rechten sind von seiner Halbherzigkeit enttäuscht. Sarkozy steht jetzt unter besonderer Beobachtung - auch im Ausland. Die fast nur im Umlageverfahren finanzierten Renten werden jedes Jahr aus dem Steuerhaushalt bezuschusst. Daher gehört eine wirksame Rentenreform auch zu einer glaubwürdigen Schuldenbekämpfung.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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