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Rentenalter 62 bleibt : Frankreich will Grundrente von 1000 Euro einführen

  • Aktualisiert am

Frankreichs Premierminister Edouard Philippe spricht in Paris über die geplante Rentenreform Bild: dpa

Nach tagelangen Protesten hat die französische Regierung die umfassendste Rentenreform seit Jahrzehnten vorgestellt. Sonderrenten bei der Bahn oder den Pariser Nahverkehrsbetrieben werden gestrichen. Das gesetzliche Renteneintrittsalter von 62 Jahren will die Regierung aber nicht antasten.

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          Die französische Regierung will eine Grundrente von 1000 Euro einführen und das gesetzliche Rentenalter bei 62 Jahren belassen. „Wir werden die Bevölkerung durch ein Rabatt- und Prämiensystem ermutigen, länger zu arbeiten“, sagte Ministerpräsident Edouard Philippe am Mittwoch bei der Vorstellung der Details der umstrittenen Rentenreform. Die verschiedenen Rentensysteme in Frankreich würden durch ein einheitliches System ersetzt und Vorrechte für viele Branchen abgeschafft. So sollen die Sonderrenten bei der Bahn oder den Pariser Nahverkehrsbetrieben gestrichen werden. Dennoch soll es Ausnahmen geben. So sollen Feuerwehrleute, Soldaten und Angehörige der Polizei weiterhin früher in Rente gehen können.

          Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll mindestens 1000 Euro pro Monat an Rente beziehen. „Die Frauen werden die großen Gewinnerinnen des einheitlichen Systems werden“, sagte Philippe.

          Für Franzosen, die vor 1975 geboren wurden, soll die Reform nicht greifen, wie Philippe sagte. Damit sind weniger Menschen von den Plänen betroffen als von den Gewerkschaften zunächst angenommen. Das gesetzliche Renteneintrittsalter von 62 Jahren will die Regierung nicht antasten. Allerdings müssen alle, die vor dem Alter von 64 in Rente gehen wollen, künftig mit Abschlägen rechnen.

          Gegen die Pläne protestieren seit Tagen Zehntausende Franzosen. Der sechste Streiktag hatte am Dienstag das öffentliche Leben in Frankreich weitgehend lahmgelegt. Die Gewerkschaften hatten Bahnmitarbeiter, Ärzte, Lehrer und andere Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dazu aufgerufen, Präsident Emmanuel Macron und seiner Regierung vor der Bekanntgabe der Details der Rentenreform die Stirn zu bieten.

          Die Rentenreform ist ein zentrales Wahlkampf-Versprechen von Präsident Emmanuel Macron und soll das Milliarden-Defizit bei den Rentenkassen senken. Macron will das veraltete Rentensystem vereinfachen, das mehr als 40 verschiedene Pensionskassen umfasst. Dabei variieren Renteneintrittsalter und Pensionsleistungen erheblich.

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