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Frankreich-Kommentar : Starker Macron

Mit der Reform der Staatsbahn zeigt Macron eine Entschlossenheit, die in Frankreich lange gefehlt hat. Nun muss die Bahnführung handeln.

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          Der französische Präsident Emmanuel Macron hat mit der Bahnreform einen wichtigen Etappensieg für sein Regierungsprogramm erzielt. Besonders die Abschaffung der Eisenbahner-Privilegien hatte sich keiner der Vorgänger zugetraut. Macron zeigt eine Entschlossenheit, die in Frankreich lange gefehlt hat.

          Die Politik gilt wieder als eine Gestaltungsmacht – nicht mehr als ein Fähnchen im Wind. Wie der staatliche Bahnkonzern SNCF mit der neuen Lage umgeht, steht indes auf einem anderen Blatt. Er wird durch die Reform stark entlastet und muss vor der erwarteten Öffnung des Wettbewerbs weniger Angst haben als früher.

          Doch intern scheint ein Neuanfang geboten, der dem streikvergifteten Klima ein Ende bereitet. Der Bahnchef Guillaume Pépy ist die Zielscheibe der radikalen Gewerkschaften geworden. Sie ignorieren seine unbestreitbaren Leistungen für das Unternehmen. Pepy ist der beste Kenner des französischen Bahnsystems, der unermüdlich neue Geschäftsideen verfolgt – vom Carsharing bis zu Billigzügen nach dem Vorbild der Fluggesellschaften.

          Natürlich hat ihm das der Staat immer wieder mit großzügigen Steuermitteln ermöglicht. Niemand ist unersetzlich, doch bei der SNCF wäre die Suche nach einem Nachfolger besonders heikel. Es müsste auch einer sein, der das noch von der sozialistischen Regierung gedeckelte Jahresgehalt von 450.000 Euro akzeptiert.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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