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Frankreich : Hollande will Milliarden bei Familienförderung sparen

  • Aktualisiert am

Jean-Marc Ayrault Bild: AFP

Frankreich will seine großzügige Familienförderung eindampfen und so Milliarden sparen. Ab 2016 sollen Steuererleichterungen für gut verdienende Familien gesenkt werden.

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          Um das Defizit in der Familienkasse zu verringern will die französische Regierung die Steuererleichterungen pro Kind senken. Der Höchstbetrag der steuerlichen Abzugsfähigkeit je Kind soll ab 2014 von derzeit 2000 auf 1500 Euro verringert werden, wie die sozialistische Regierung am Montag in Paris mitteilte. Die Maßnahme soll eine Milliarde Euro im nächsten Jahr bringen und betrifft laut Regierung zwölf Prozent der Haushalte mit Kindern, die durchschnittlich mit etwa 64 Euro mehr Steuern pro Monat rechnen müssten.

          „Es ist absolut möglich, unser Defizit zu senken und dabei den Kern unseres Sozialmodels zu bewahren“, sagte der sozialistische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault.

          Die konservative Opposition dürfte in der Reform einen erneuten Angriff auf das traditionelle Familienmodell sehen. Sie hat bereits gegen das im Mai in Kraft getretene Gesetz für die Anerkennung der Homo-Ehe Front gemacht. Beide großen politischen Lager sind stolz auf die großzügigen Familienleistungen, die als einer der Gründe für eine der höchsten Geburtenraten in Europa gelten.

          Ursprünglich hatte die sozialistische Regierung unter Präsident  François Hollande auch in Erwägung gezogen, das Kindergeld für
          bessergestellte Familien zu verringern. Um das aufgeladene  politische Klima infolge der Einführung der Homo-Ehe in Frankreich
          nicht noch zusätzlich anzuheizen, verzichtete die Regierung aber auf einen solchen Schritt.

          Frankreich steckt derzeit tief in der Krise. Wegen der Rezession ist die Arbeitslosigkeit auf eine Rekordhoch gestiegen. Die EU-Kommission hat der zweitgrößten Volkswirtschaft deshalb zwei Jahre mehr Zeit gegeben, um die Neuverschuldung unter die Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken.

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