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Frankfurter Flughafen : Mindestens 280 Flüge fallen aus

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Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat angekündigt, den Streik in der nächsten Woche zu verschärfen, falls Fraport nicht einlenke. Bild: dpa

Auch an diesem Freitag wirbelt ein Arbeitskampf der Vorfeld-Arbeiter den Flugplan am Frankfurter Flughafen durcheinander. Rund 280 Flüge fallen aus – und die Gewerkschaft will den Streik nächste Woche sogar verschärfen.

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          Bereits den zweiten Tag in Folge müssen sich Reisende am Frankfurter Flughafen auf erhebliche Behinderungen einstellen. Die Mitarbeiter auf dem Vorfeld des Airports haben am Morgen wie angekündigt ihre Arbeit niedergelegt. Die rund 200 Vorfeldlotsen, Einweiser und Verkehrsplaner wollen noch bis 22 Uhr streiken.

          282 Flüge abgesagt

          Nach Fraport-Angaben wurden für Freitag über 280 der geplanten 1.300 Flugbewegungen annulliert. Lufthansa strich nach eigenen Angaben 125 Flugpaare, also 250 Flüge. Das wirkt sich bis Samstag aus. Für den Tag wurden bereits einige Lufthansa-Flüge annulliert. Betroffen sind Kurz- und Mittelstrecken. Langstreckenflüge sollten planmäßig stattfinden.  An den Schaltern der Fluggesellschaften bilden sich derzeit lange Schlangen, die Terminals am größten deutschen Flughafen sind voll.

          Am Donnerstag fielen 172 Flüge aus, rund 30 Prozent des geplanten Pensums. Auf dem Flughafen übernachten musste niemand, sagte der Fraport-Sprecher. „Wir haben die Situation gut gemeistert.“

          Bahn profitiert vom Streik

          Viele Passagiere stiegen auf die Bahn um. An den betroffenen Bahnhöfen seien zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz, sagte ein
          Bahnsprecher. Züge würden bei Bedarf verlängert.

          Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) kündigte an, den Streik in der nächsten Woche zu verschärfen, falls Fraport nicht einlenke. „Wir werden nicht zurückstecken“, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers am Freitagmorgen. Bei einem Stillstand der Gespräche werde definitiv wieder gestreikt.

          Am Wochenende werde es hingegen voraussichtlich keinen Ausstand geben.  Fraport solle mit der Ruhephase die Gelegenheit bekommen, die eigene Position zu überdenken, sagte ein Gewerkschafter. Die GdF will weitere Streiks jeweils 24 Stunden im Voraus ankündigen.

          „Wir fühlen uns erpresst“

          Ein Sprecher der Fraport forderte die Gewerkschaft erneut auf, kompromissbereit an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir fühlen uns erpresst“, hieß es bei der Fraport. Zugleich kündigte ein Sprecher an, dass sowohl an diesem Freitag als auch an den angedrohten Streiktagen in der kommenden Woche mindestens die Hälfte des Flugbetriebs sichergestellt werde.

          Hintergrund des Streiks ist ein Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaft und Fraport. Das öffentlich kontrollierte M-Dax-Unternehmen will die Forderungen nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die Betroffenen nicht akzeptieren. Es hat daher auch einen Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust, abgelehnt, der ebenfalls deutlich Verbesserungen für die Beschäftigten vom Vorfeld vorgeschlagen hatte. Man wolle lediglich auf der Grundlage des bisherigen Angebots weiterverhandeln, erklärte Personalchef Herbert Mai. Er bezifferte die verlangten Steigerungen auf 64 bis 73 Prozent im Vergleich zum bisherigen Stand.

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