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Kommentar zur Buchmesse : Wie Netflix das Buch verdrängt

Unbegrenzte Möglichkeiten: Wird Netflix bald das Buch ersetzen? Bild: dpa

Das Buch ist nicht tot, aber es hat mehr Konkurrenz bekommen – vor allem durch Streamingdienste wie Netflix. Es gibt jedoch Tendenzen, die den Leserschwund abfedern.

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          Der Fischer Verlag hat sein Messefest abgesagt. Auch Rowohlt und Hanser verzichten darauf. Die Ganske-Gruppe (Gräfe und Unzer, Hoffmann & Campe) kommt erst gar nicht zur 70. Frankfurter Buchmesse seit dem Zweiten Weltkrieg. Fern bleibt auch der für seine Ratgeber bekannte BLV Verlag. Freiflächen wird es dennoch nicht geben in den Messehallen, durch die sich bis kommenden Sonntag Tausende Besucher schlängeln werden. 7500 Aussteller werden sich von Mittwoch an präsentieren – mehr als je zuvor, davon zwei Drittel aus dem Ausland. Vor allem die Zahl der Aussteller aus Nord- und Südamerika legt zu. Das ist ein gutes Zeichen, weil die Vereinigten Staaten immer noch der größte Medienmarkt sind. Erstmals ist Kuba wieder auf der Messe vertreten, und Afrika zeigt steigende Tendenz. Frankfurt vergibt zum Beispiel den einzigen Preis der Welt für schreibende Frauen aus Afrika, Lateinamerika und Asien.

          Für die Entwicklungs- und Schwellenländer ist vor allem Bildung ein großes Thema – und damit der Einsatz moderner Techniken. In Asien überspringen viele Gesellschaften quasi das Buch und vermitteln Inhalte massenhaft gleich über digitale Medien. Aber auch für Kinder- und Jugendbücher steht Technik im Vordergrund. Und selbst in der klassischen Literatur steht das Buch nicht mehr allein. Frankfurt verleiht in diesem Jahr zum fünften Mal den Preis für die beste Literaturverfilmung.

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