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Forschungsausgaben : Einmal nicht schimpfen

Kanzlerin Merkel (l), Armin Laschet (r), und der Gründer der Junior-Universität Ernst-Andreas Ziegler (M) machen ein Experiment zum Bernoulli-Effekt. Bild: dpa

Dass das Forschungsziel der Politik erstmals erreicht wurde, sollte den Kritikern der Autoindustrie wenigstens ein öffentliches Dankeschön wert sein.

          In den meisten Parteien gehört es mittlerweile zur politischen Routine, über die Autoindustrie zu schimpfen, wenn das Gespräch auf den richtigen Umgang mit Grenz- und Zielwerten kommt. Soweit es Stickoxide oder Kohlendioxid betrifft, mag es dazu einigen Anlass geben – auch wenn es gemeinhin leichter ist, die Werte politisch festzusetzen, als sie im Alltag einzuhalten.

          Nun aber darf man gespannt sein, wie die Kritiker mit neuen Ergebnissen umgehen, die die Autoindustrie auf dem Prüfstand der Forschungspolitik erzielt. Kurz gesagt: Deutschland hat erstmals das schon alte politische Ziel erreicht, seine Gesamtausgaben für Forschung auf 3 Prozent der Wirtschaftsleistung zu steigern. Zu verdanken ist das vor allem dem Forschergeist der Unternehmen – und besonders den (schon vor den jüngsten Abgasskandalen) stark steigenden Forschungsausgaben der Autoindustrie.

          Der Staat dagegen, der sich mit dem 3-Prozent-Ziel auch selbst verpflichtet hat, trug nur recht wenig dazu bei – die Regierung hat stattdessen vor allem die Sozialausgaben erhöht. Dass ihr Forschungsziel nun trotzdem nicht länger verfehlt wird, sollte den Kritikern der Autoindustrie wenigstens ein öffentliches Dankeschön wert sein.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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